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Wie Sie Ihren Talentpool aufbauen – So funktioniert's garantiert!

Wie Sie Ihre Talente am besten sammeln

Oft lernen Sie als Recruiter vielversprechende Talente kennen und wollen diese am besten gleich an Ihr Unternehmen binden. Dabei haben Sie zu diesem Zeitpunkt gar keine spezielle Verwendung für sie. Trotzdem sind Sie davon überzeugt, dass diese zu einem späteren Zeitpunkt nützlich sein können. Ein Talentpool muss also her, um interessante Kontakte an einem Ort zu sammeln und dort warm zu halten – “on hold” für unbestimmte Zeit.

Wir haben einen Talentpool von über 50.000 Studenten. Greifen Sie hier kostenlos darauf zu.

Was bedeutet “Talentpool”?

Ein Talentpool beschreibt die Gruppe an Bewerbern und Mitarbeitern, die von Ihnen als “talentiert” identifiziert worden sind. Das können interessante Initiativbewerbungen gewesen sein, Bewerber, die es nur auf Platz zwei in Ihrem Auswahlverfahren geschafft haben, als High Potential bewiesene Praktikanten sowie vielversprechende Kandidaten aus dem Active Sourcing.

Hintergrundinformation: Laut der Recruiting Trends Studie der Universität Bamberg werden Talentpools inzwischen bei fast jedem zweiten Unternehmen aktiv genutzt. Die Verwendung von Talentpools steigt immer weiter an.

Mit einem Talentpool entlasten Sie Ihr Recruiting und vereinfachen den Prozess der Kandidatensuche. Welche weiteren Vorteile Talentpools für Sie noch bieten können, haben wir Ihnen auf einen Blick zusammengefasst:

Vorteile von Talentpools für Unternehmen

Natürlich gehen Sie als Unternehmen mit dem Aufbau eines Talentpools eine Investition ein. Diese zahlt sich aber langfristig gesehen definitiv aus. Überzeugen Sie sich selbst:

  • Sie verkürzen Ihre Zeit, um neue Mitarbeiter zu finden
  • Sie senken die Kosten für Ihr Recruiting
  • Sie verbessern Ihre Active Sourcing Strategie
  • Sie stärken Ihre Arbeitgebermarke
  • Sie erhöhen Ihre Qualität für neue Mitarbeiter
  • Sie verbessern Ihre Candidate Experience, indem Sie abgelehnte Bewerber in Ihren Talentpool aufnehmen
  • Sie binden vielversprechende Initiativbewerber an Ihr Unternehmen
  • Sie reinvestieren Ihren Recruitingaufwand
  • Sie erhalten wichtige Einblicke indem Sie in regelmäßigem Kontakt zu Ihren Talenten stehen

Bevor Sie starten Ihre „Talente” willkürlich zu rekrutieren und die Kontakte in einer Exceltabelle zu sammeln, lesen Sie jetzt weiter. Gleich erfahren Sie, wie Sie einen effizienten Talentpool aufbauen und dabei auch garantiert nichts schief geht.

Wie Sie einen Talentpool aufbauen

Das Aufbauen eines Talentpools sollte von Anfang bis Ende durchdacht sein. Wir zeigen Ihnen daher in drei Schritten, wie Sie einen Talentpool aufbauen können und was Sie dabei alles beachten müssen:

In 3 Schritten zum Talentpool:

  1. Identifizieren Sie passende Kandidaten – was ist ein Talent für Sie?
  2. Klassifizieren Sie Ihre Talente – welche Informationen brauchen Sie?
  3. Binden Sie Ihre Talente langfristig an Ihr Unternehmen – wie schaffen Sie Mehrwert für Ihre Talente?

1. Identifizieren Sie passende Kandidaten

Was ist ein Talent für Sie?

Die wissenschaftliche Debatte um den Begriff “Talent” ist sehr facettenreich und nicht so leicht erklärt. Carol Tansley hat es 2011 trotzdem gewagt und gibt in Ihrem Paper „What do we mean by the term “talent” in talent management?einen Überblick zum Forschungsstand und zu den Hintergründen der Entwicklung des Begriffs.

Eine gängige Definition eines „Talents” für Unternehmen ist: Ein Talent ist jemand, der die (natürliche) Fähigkeit besitzt etwas überdurchschnittlich gut zu machen – das kann mental sowie körperlich sein. Die Diskussion um Talente findet dabei immer zwischen den Meinungen statt, dass Talent angeboten ist und Talent erlernt werden kann.

Für Unternehmen ist das jedoch nicht unbedingt ausschlaggebend, denn ob ein Talent angeboren ist oder erlernt, ist kaum nachvollziehbar. Eine universelle Arbeitsdefinition von Talenten ist für Unternehmen nicht zielführend. Talente werden in Unternehmen individuell über verschiedene Ebenen identifiziert.

Diese sind klassischerweise:

  • Das Verhalten – in Form von Charaktereigenschaften
  • Das Wissen – gemessen an der Expertise in einem Fachbereich
  • Die Fertigkeiten – gemessen an der Erfahrung in einem Fachbereich
  • Die Kompetenzen und kognitive Kapazitäten – in Form von Lernbereitschaft, Aufnahmefähigkeit, Umsetzungsfähigkeit

Der Begriff ist für Unternehmen stark branchenabhängig und wird hochgradig von Ihrer Unternehmenskultur beeinflusst. Gleichzeitig handelt es sich bei dem Talentbegriff um keine statische Definition. Was ein Talent für Sie ist, ist dynamisch und orientiert sich immer auch an den Unternehmenszielen.

Daher sollten Sie in regelmäßigen Abständen für sich definieren, was Sie in den jeweiligen Bereichen unter einem Talent verstehen, um die Basis für ein erfolgreiches und effektives Talentmanagement zu schaffen.

Wo Sie Ihre zukünftigen Talente finden

Talente finden Sie an jeder Ecke, Sie müssen nur genau hinsehen und die Chance ergreifen. Die folgenden Aufzählungen sind alles Möglichkeiten, um an Talente zu kommen. Damit machen Sie den ersten Schritt in Richtung eines eigenen Talentpools:

  • Karriere- & Fachmessen besuchen
  • Das Hochschulmarketing nutzen
  • Die zweite Wahl im Auswahlprozess beibehalten
  • Mitarbeiterempfehlungen heranziehen
  • „Talente-empfehlen-Talente”-Kampagnen starten
  • Ehemalige (Mitarbeiter, Praktikanten, Werkstudenten, Azubis) ans Unternehmen binden
  • Ihre Karrierewebseite nutzen
  • Initiativbewerber ernst nehmen
  • Social Media Kanäle aktivieren
  • Active Sourcing betreiben
  • Und bestimmt noch viele mehr.

Je größer Ihr Talentpool wird, desto größer ist Ihr gesamtes Netzwerk. Denn neben dem beruflichen Netzwerk Ihrer Talente kommt oftmals noch deren privates Netzwerk hinzu. Das sollten Sie zu jedem Zeitpunkt im Hinterkopf haben. Talentpools sind auch stets ein ernstzunehmendes Projekt mit Branding Effekt.

Unser Tipp für Sie: Als Anfänger sollten Sie beim Aufsetzen eines Talentpools auf Qualität anstatt auf Quantität setzen. Auch wenn ein großer Talentpool Vorteile wie Vielseitigkeit und ein größeres Netzwerk mit sich bringen, haben Sie mit einem fokussierten, kleinen Talentpool weniger Streuverluste und Verwaltungsaufwand.

2. Klassifizieren Sie Ihre Talente

Haben Sie die Kriterien festgelegt, was für Sie ein Talent ausmacht, können Sie diese „sammeln”. Damit Ihr Talentpool von Anfang an strukturiert ist und Ihnen auch wirklich weiterhilft, ist es zudem sinnvoll Talente zu Clustern und relevanten Kriterien zuzuordnen.

Mögliche Kriterien, nach denen Sie Ihre Talente spezifizieren könnten, wären beispielsweise:

  • Fachbereiche (Expertise)
  • Position (Managementposition)
  • Entwicklungsstufe (Senior, Junior, rising Star)
  • Interessen (Auslandsaufenthalt, Familienstand, Ziele)

Nach diesen Charakteristika können Sie Ihre Exceltabelle aufbauen und auch gezielt Daten bei Ihren Talenten abfragen. Dadurch haben Sie den Vorteil, neue offene Stellen zielgerichteter besetzen zu können. Gleichzeitig überblicken Sie das Angebot Ihres Talentpools besser und können Ihr Active Sourcing damit abgleichen.

Beispiel: Sie haben schon eine Menge an jungen Talenten im Marketing, brauchen aber eigentlich noch ein Backup für Seniorpositionen? – Dann setzen Sie Ihren Fokus hierauf. So bauen Sie Ihren Talentpool strategisch aus und vermeiden eine einseitige Betrachtung des Begriffs “Talent”.

3. Binden Sie Ihre Talente an Ihr Unternehmen

Das größte Problem an Talentpools ist die richtige Pflege. Denn, haben Sie erstmal die richtigen Personen in Ihrem Pool, müssen Sie diese irgendwie bei der Stange halten. Eine gute Beziehung zu seinen Talenten zu haben, ist das A und O. Nur so schaffen Sie es, von Ihrem Talentpool langfristig zu profitieren.

Die 3 großen Probleme von Talentpools:

  1. Aktualität der Daten
  2. Unvollständige Profile
  3. Geringe Aussagekraft der Informationen

Um das zu verhindern, sollten Sie sich eine Strategie zurechtlegen, in welchen Zeitintervallen Sie die Personen kontaktieren. Es gilt: Je relevanter und dezenter, desto besser. Bombardieren Sie Ihre gewonnenen Talente nicht mit täglichen Massenmails – das schreckt sie nur ab.

Gleichzeitig sind Ihre Kontakte eher dazu bereit Ihnen ihre Daten preiszugeben, wenn Sie ihnen einen echten Mehrwert bieten. Dazu gehört es auch, dass Sie sich genau überlegen sollten, wofür Sie welche Daten brauchen.

Wie Sie Mehrwert für Ihre Talente bieten

Ein Talentpool muss Vorteile für beide Seiten bereithalten, für Sie als Unternehmen genauso wie für Ihre Talente. Ist kein Sinn hinter Ihrem Talentpool zu erkennen, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Ihre identifizierten Talente in Ihre Datenbank aufnehmen lassen. Gleichzeitig verschwenden Sie Ihre Mühe und Zeit für dieses Projekt.

Es kann sogar noch schlimmer kommen: sehen Ihre Kontakte keinen Mehrwert in Ihrem Talentpool, wirft das ein schlechtes Bild auf Ihr Unternehmen. Ihr Employer Branding leidet. Daher zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihrem Talentpool Sinn und Mehrwert verleihen:

  • Geben Sie Talenten die Chance sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen. Das kann beispielsweise über eine Chatfunktion, moderierte Gruppen oder Foren geschehen. Auch Sie als Unternehmen gehen hierbei nicht leer aus. Sie gewinnen durch das Einsehen der öffentlichen Beiträge wichtige Informationen über Ihre Community.
  • Vernetzen Sie nicht nur Ihre Talente untereinander, sondern auch Ihre aktuellen Mitarbeiter mit diesen. In Form von Mentorenprogrammen oder exklusiven Sprechstunden, Treffen und Führungen mit Experten aus Ihrem Unternehmen. So platzieren Sie sich als Experte für vereinzelte Themengebiete.
  • Empfehlen Sie Veranstaltungen und Messen, auf denen Sie Vorträge halten, Workshops gestalten und an Meetups teilnehmen. Insofern es möglich ist, können Sie mit dem jeweiligen Veranstalter sogar Rabatte für die Teilnahme an den Events aushandeln.
  • Gestalten Sie zusätzliche Angebote, die nur exklusiv für Ihren Talentpool zugänglich sind. Dazu gehören Ebooks und Newsletter mit relevanten Inhalten sowie Online Webinare.
  • Veranstalten Sie Karrieretage und laden Sie zum Tag der offenen Tür ein. Dabei sollten Sie für Ihre Talente ein spezielles Angebot machen. Das könnte etwa das exklusive Treffen einer Führungsperson sein oder die Möglichkeit an einer privaten Werksführung teilzunehmen.
  • Falls Sie in der IT-Branche tätig sind, können Sie in der Gestaltung Ihres Talentpools auf Kandidatenseite auch kreativ werden. Versuchen Sie es mit Gamification zu Unternehmensrelevanten Inhalten und Fachbereichen. Idee: Eine Jobbörse mit internen Stellen verknüpft mit einem Matching-Quiz könnte Ihre Talente dazu animieren sich mehr mit Ihren Jobangeboten auseinanderzusetzen.

Fazit

HR-Verantwortliche, die Talentpools aufbauen sind eher dazu in der Lage ihre offenen Stellen und Positionen zu füllen und das mit deutlich weniger aufgewendeten Ressourcen. Von eine Talentpool profitieren Sie, wie Sie gesehen haben in vielerlei Hinsicht. Trotzdem sollten Sie den Verwaltungsaufwand nicht unterschätzen.

Falls Sie keine Kapazitäten haben einen eigenen Talentpool aufzubauen, können Sie auch einfach auf unseren zugreifen. Wir verwalten mittlerweile über 50.000 registrierte Talente und haben diese auch klassifiziert. Für die unterschiedlichsten Stellen haben wir eine Vielzahl an verschiedenen Talenten – da ist garantiert auch etwas für Sie dabei.

Veröffentlicht am 13. August 2018, zuletzt aktualisiert am 04. September 2018

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