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Onboarding: So arbeiten Sie neue Mitarbeiter ein

Neue Mitarbeiter begeistern und für sich gewinnen

So wichtig wie neue Talente für ein Unternehmen sind, so aufwändig ist die Suche nach ihnen. Die Stellenausschreibungen, Auswahl der passenden Bewerber, Vorstellungsgespräche und Einarbeitung erfordern viel Zeit und Ressourcen.

Ärgerlich, wenn das Arbeitsverhältnis dann nicht mal die Probezeit übersteht.

Daher wollen Sie neue Mitarbeiter richtig in die neue Umgebung integrieren. Was gutes Onboarding bringt, in welchen Phasen es abläuft und wie Sie es am besten umsetzen, zeigen wir Ihnen hier. Natürlich auch mit dabei: Was Sie auf jeden Fall vermeiden sollten.

Inhalt

Was ist Onboarding?

Onboarding beschreibt die Zeit, in der ein neuer Mitarbeiter in Ihr Unternehmen integriert wird. Der Begriff stammt aus dem Englischen und steht kurz für “taking on board” – Sie holen also wortwörtlich neue Mitarbeiter an Bord (Was Sie automatisch zum Käpt’n macht ;) )

 

Kapitän auf Schiff – Onboarding

 

Durch die individuelle Einarbeitung kommen neue Mitarbeiter schneller in Ihrem Unternehmen an. Wer sich angenommen und gut aufgehoben fühlt, ist motivierter, produktiver und länger an Bord. Dabei gilt es, typische Probleme zu vermeiden, beispielsweise kein Ansprechpartner, kein ordnungsgemäß zugewiesener Arbeitsplatz oder kein Anschluss zu den Kollegen.

 

Falls Sie erfahren wollen, wie Sie mit der richtigen Personalplanung Ihr Unternehmen zukunftssicher aufbauen, schauen Sie mal hier rein: "Was ist Personalplanung: Aufgaben und Ziele"

 

Onboarding sorgt für eine optimale Einarbeitung neuer Mitarbeiter, damit sie sozial im Team ankommen, wertgeschätzt werden, sich fachlich sicher fühlen und sich mit dem Unternehmen identifizieren. Damit gehört es zum Aufgabenbereich der Personalabteilung und Personalplanung.

Was bezwecken Sie mit dem Onboarding?

Sie wollen, dass sich Talente bei Ihnen wohlfühlen und möglichst lange bleiben. Kehrt ein neuer Mitarbeiter Ihnen schon nach kurzer Zeit den Rücken, kostet Sie das Geld: es fehlt eine Arbeitskraft und Sie müssen sich um die erneute Mitarbeitersuche kümmern. Um eine neue Stelle zu besetzen, fallen ungefähr 30 Prozent des jährlichen Gehalts für die Position an. Wenn der neue Mitarbeiter innerhalb des ersten Jahres kündigt, haben Sie kaum eine Chance, diese Investitionen zurückzubekommen.

Vom ersten Tag muss daher alles stimmen, damit der Neue sein Bestes gibt. Ihn an seinen Platz zu setzen und zu bezahlen, reicht nicht. Unternehmen unterscheiden sich und jedes hat seine Besonderheiten: Software, Prozesse, Teamstruktur und Hierarchien, Arbeitszeit und sogar die Mittagspause – alles ist anders. Und alles muss ein neuer Mitarbeiter erstmal kennenlernen und sich daran gewöhnen.

Sie sehen schon, die Einarbeitung neuer Mitarbeiter beschränkt sich nicht nur darauf, dass der Neue weiß was er tun soll und das auch kann. Stattdessen findet das Onboarding auf drei Ebenen statt: fachlich, sozial und kulturell.

Fachliches Onboarding

Der Neue wird entsprechend seiner Fähigkeiten eingesetzt. Er ist mit den Aufgaben nicht überfordert, aber auch nicht unterfordert. Er weiß, was er zu tun hat, wen er bei Fragen fragen kann und wird durch Vorgesetzte und Kollegen gefördert.

Soziales Onboarding

Der Neue wird ins Team integriert. Das fängt bei der Mittagspause an und hört bei Teamevents auf. Er wird zu einem vollwertigen Teammitglied und von Vorgesetzten und Kollegen geschätzt.

Kulturelles Onboarding

Der Neue kann sich mit dem Unternehmen identifizieren. Es geht vor allem um das große Warum. Warum tun Sie was Sie tun? Er steht voll dahinter und weiß, welchen Beitrag er leistet.

Wie lange dauert die Einarbeitung neuer Mitarbeiter?

Der Onboarding-Prozess beginnt mit der Vertragsunterschrift und endet meist mit der Probezeit, also nach etwa sechs Monaten. Sie wollen natürlich, dass Ihr neuer Mitarbeiter möglichst schnell möglichst viel Leistung erbringt. Das ist aber selten im Interesse des Neuen, denn wer von Anfang an gestresst und überfordert ist, denkt schneller daran, wieder zu kündigen. Dabei lässt sich beides sehr leicht miteinander verbinden.

Schaffen Sie einen Einarbeitungsplan. Ein System mit standardisierten Abläufen hilft Ihnen, Zeit zu sparen und beantwortet alle Fragen des neuen Mitarbeiters. Dazu eignet sich beispielsweise eine interne Wissensdatenbank mit Leitfäden und Checklisten, die mit jedem neuen Mitarbeiter verbessert werden kann. Auch Videos können sich hervorragend eignen, um das Team vorzustellen, die Räumlichkeiten zu zeigen oder wichtige Prozesse zu erklären.

Hierzu ein kleines Beispiel, wie das aussehen kann:

 

Ein gutes Onboarding-Programm hat viele positive Effekte auf den neuen Mitarbeiter, die sich von Anfang an auch im Unternehmen bezahlt machen:

  • der Neue ist schneller voll einsatzbereit
  • er fühlt sich motiviert und zufrieden
  • er freut sich darauf, lange im Unternehmen zu bleiben
  • er bringt sich selbst und sein Wissen ein
  • er ist loyal
  • und empfiehlt Sie als Arbeitgeber gerne weiter

Die 3 Phasen des Onboarding

Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter gliedert sich in drei Phasen: Vorbereitung, Orientierung und Integration.

Vorbereitungsphase

Ist der Vertrag unterschrieben, geht’s für Sie so richtig los. In dieser Phase bereiten Sie den Neuen, das Team und sich selbst auf den ersten Arbeitstag vor, damit alles glatt läuft. Dazu gehört es

  • den Arbeitsplatz einzurichten (Schreibtisch, PC, Telefon, E-Mail Adresse, Anmeldung im System und Zugangsdaten, Schlüssel, …)
  • zukünftige Kollegen und Beteiligte zu informieren
  • offene Fragen zu klären (z.B. Personalfragebogen)
  • einen Einarbeitungsplan zu erstellen
  • einen Kollegen als Paten zu ernennen (Mitarbeiter mit gleicher Hierarchiestufe und Aufgabenbereich eignen sich am besten)
  • Informationen zuzusenden (Firmenbroschüre, Arbeitsbereich, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, …)

Orientierungsphase

Kompass – Onboarding Orientierungsphase

Diese Phase beginnt mit dem ersten Arbeitstag und dauert etwa die ersten drei Monate. In dieser Zeit soll der Neue mit seinem zukünftigen Aufgabenbereich vertraut gemacht werden und das Unternehmen, Kollegen und Prozesse kennenlernen.

Der erste Arbeitstag ist der ideale Zeitpunkt, um ...

  • ... den neuen Mitarbeiter persönlich zu begrüßen
  • ... ihn seinen zukünftigen Kollegen vorzustellen
  • ... seinen Paten zuzuweisen
  • ... ihm seinen Arbeitsplatz zu zeigen
  • ... administrative Dinge zu klären
  • ... zu erklären, wo er Leitfäden und wichtige Infos finden kann

In den darauffolgenden Wochen verschiebt sich der Fokus immer stärker auf die Integration in das Team, die Arbeitsabläufe, Prozesse und Kunden kennenzulernen. In dieser Zeit ist auch Gespräch mit dem Vorgesetzten über die gegenseitigen Erwartungen sinnvoll.

Integrationsphase

Diese Phase endet für gewöhnlich sechs Monate nach dem ersten Arbeitstag, dauert manchmal aber auch ein ganzes Jahr. Der neue Mitarbeiter soll immer mehr in das Unternehmen integriert werden, Aufgaben bearbeiten und Projekte selbständig umsetzen. Sie können dies unterstützen, beispielsweise durch Informationstage, Einführungsveranstaltungen, Workshops, Fortbildungsangebote und Feedbackgespräche.

Onboarding – Das sollten Sie vermeiden

Letztlich alles, was einen unprofessionellen Eindruck vermittelt und wodurch sich der Neue weder wertgeschätzt noch respektvoll behandelt fühlt. Oder anders gesagt: Das Gegenteil von dem, was Sie bis hierhin gelesen haben. Fragen Sie sich einfach selbst, worauf Sie am ersten Arbeitstag verzichten können. Und obwohl vieles davon eigentlich offensichtlich ist, kommt es oft vor, dass neue Mitarbeiter mit ihrer Einarbeitung unzufrieden sind. 

Typische Versäumnisse sind:

  • am Empfang weiß niemand, dass überhaupt ein neuer Mitarbeiter kommt und wohin er soll
  • keine Begrüßung durch den Vorgesetzten oder die Personalabteilung
  • Arbeitsplatz und -materialien (PC, Zugangsdaten, ...) müssen erst noch organisiert werden
  • Kollegen fühlen sich nicht verantwortlich und überlassen den Neuen sich selbst
  • die Einarbeitung verzögert sich um mehrere Tage

"Gelingt" es Ihnen, einen oder mehrere dieser Punkte umzusetzen, hängt der neue Mitarbeiter ganz schön in der Luft und weiß nicht, was er machen soll. Innerlich schließt er vermutlich schon mit der Stelle ab oder nimmt sich vor, nur das Nötigste zu arbeiten. Damit verschenken Sie viel Potenzial oder müssen sich gegebenenfalls schon bald wieder auf die Suche nach einem neuen Mitarbeiter machen.

Fazit

Das Onboarding hat viele Vorteile: Durch die optimale Einarbeitung ist der neue Mitarbeiter zufriedener und motivierter, sodass er schneller höhere Leistung erbringt. Zudem wird er auch langfristig im Unternehmen bleiben, wenn er sich gut aufgenommen und wertgeschätzt fühlt. Unsicherheit verfliegt und und die Kündigungsrate gesenkt.

Achten Sie auf einen gelungenen Onboarding-Prozess, denn diese Faktoren wirken sich maßgeblich auf die Leistung und Auslastung der Ressourcen des gesamten Unternehmens aus. Dieser beginnt am ersten Arbeitstag, denn der erste Eindruck ist sehr wichtig, und endet nach vielen Wochen oder Monaten. Nach spätestens einem Jahr ist der neue Mitarbeiter vollständig in das Unternehmen integriert.

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