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Mitarbeiter werben Mitarbeiter – Wie Sie Ihr Recruiting erleichtern

Mitarbeiter zum Empfehlen motivieren

Mit einem Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programm aktivieren Sie Ihre internen Ressourcen sowie deren Netzwerke, um die richtigen Mitarbeiter zu finden. Mitarbeiter empfehlen offene Stellen persönlich, über berufliche oder sogar in ihren privaten Netzwerken. Damit binden Sie Ihre Mitarbeiter in den Recruitingprozess mit ein und entlasten diesen bestenfalls.

Mit Campusjäger schneller passende Empfehlungen bekommen. Hier über uns informieren.

Empfehlungsprogramme sind dabei längst nichts Neues mehr und kommen langsam als Recruitingmethode in den Unternehmen an. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gibt sogar an, dass 2016 fast jede dritte Stelle über eine Empfehlung besetzt wurde. Die Tendenz ist steigend.

Mitarbeiterempfehlungsprogramme zählen dabei zu den vertrauenswürdigsten Werbeformaten, wie der Nielsen Global Trust in Advertising Report festhält. Persönliche Empfehlungen sind besonders wirksam, auch im Recruiting.

Welche Vor- und Nachteile Sie von Mitarbeiterempfehlungsprogrammen erwarten dürfen, stellen wir Ihnen zu Beginn schnell gegenüber.

Vorteile und Nachteile von Mitarbeiterempfehlungen

Vorteile

  • Die Vorselektion von Bewerbern durch Ihre Mitarbeiter erhöht die Qualität der Bewerber.
  • Sie sparen Zeit, indem Ihre Mitarbeiter die Vorselektion durchführen.
  • Sie sparen langfristig Kosten, weil Stellenangebote automatisch von Ihrem Mitarbeiternetzwerk geteilt werden.
  • Ihr Recruiting wird unterstützt und entlastet – Ihre Mitarbeiter würden Ihnen niemanden weiterempfehlen, der nicht in das Unternehmen passt.
  • Der Cultural Fit bei empfohlenen Mitarbeitern ist ähnlich hoch wie bei dem Empfehler selbst – Gleich und Gleich gesellt sich gern.
  • Empfohlene Talente, die Sie aktuell nicht einsetzen können, werden an das Unternehmen gebunden – dadurch vergrößern Sie Ihren Talentpool.
  • Sie entscheiden über die Prämien und Motivationsfaktoren und damit auch über das Kosten-Nutzen-Verhältnis Ihres Empfehlungsprogramms.
  • Das Programm stärkt Ihre Arbeitgebermarke, indem Mitarbeiter Sie nach außen hin authentisch repräsentieren und unterstützen.

Nachteile

  • Ihre Mitarbeiter empfehlen ähnliche Charaktere wie sie selbst es sind, dadurch machen Sie die Freundschafts- und Cliquenbildung wahrscheinlicher.
  • Durch den größeren Bekanntheitsgrad unter Mitarbeitern erhöhen Sie den Verdacht auf Vetternwirtschaft.
  • Sie erhöhen die charakterliche Homogenität im Unternehmen und hemmen dadurch Ihre Vielfalt und Innovationskraft.
  • Sie erzeugen möglicherweise Frust bei Mitarbeitern, die mehrere Empfehlungen einreichen, die aber leider nicht angenommen werden können.
  • Die Möglichkeit, dass Mitarbeiter aus den falschen Motiven an Ihrem Empfehlungsprogramm teilnehmen, ist gegeben.
  • Solange Sie mit Ihrem Programm alle Mitarbeiter ansprechen, verlieren Sie auch immer eine Gruppe an Personen, inklusive deren Netzwerk, die sich nicht trauen jemanden zu empfehlen
  • Die Gründe für ausbleibende Bewerbungen trotz Empfehlungsprogramm könnte Sie in die Bredouille bringen, Ihr Employer Branding zu verstärken
  • Sie müssen die Entwicklungen des Programms stets im Blick haben und für mögliche Fehlentwicklungen einen Puffer an Zeit und Aufwand einplanen

Wie Sie sehen, sollten Sie genau abwägen, ob sich ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm für Sie auch wirklich lohnt. Gleichzeitig zeigt sich, dass Sie für Mitarbeiterempfehlungen jede Menge Fingerspitzengefühl brauchen.

Auf was Sie alles achten müssen, damit Ihre Empfehlungskampagne erfolgreich wird, zeigen wir Ihnen jetzt.

Mitarbeiterempfehlungsprogramm erfolgreich implementieren

Der erste Gedanke, der Ihnen kam, als Sie an die Implementierung eines Empfehlungsprogramms gedacht haben, war: “Und was, wenn es schief geht?” Dabei sollten Sie genau hier ansetzen, die ängstliche Grundstimmung aber zur Seite schieben. Empfehlungsprogramme können richtig erfolgreich werden, wenn Sie diese geschickt angehen.

Ein schlecht aufgesetztes Mitarbeiterempfehlungsprogramm kostet Sie nur unnötig Mühe und Zeit. Das allergrößte Risiko ist hierbei, dass keine Empfehlungen in Ihrer Personalabteilung ankommen. Woran kann das liegen?

Gleichzeitig kann es auch sein, dass Sie Empfehlungen erhalten, die aber einfach nicht Ihren Ansprüchen entsprechen. Was dann? Wir zeigen Ihnen, wie Sie die genannten Risiken bereits im Voraus richtig angehen und minimieren.

Mitarbeiter werben Mitarbeiter: Konzept & Voraussetzung

1. Geteilte Werte

Die Basis jedes Mitarbeiterempfehlungsprogrammes ist eine offene Unternehmenskultur sowie ein etabliertes Employer Branding. Nur, wenn Ihre Mitarbeiter die Werte Ihres Unternehmens kennen und ein positives Bild über Sie als Arbeitgeber haben, werden sie offene Stellen freiwillig weiterempfehlen.

Gleichzeitig steigt so auch die Wahrscheinlichkeit, dass die richtigen Menschen angesprochen werden. Denn Gleich und Gleich gesellt sich gern. Ihre Mitarbeiter kennen die Unternehmenskultur und empfehlen mit hoher Wahrscheinlichkeit nur Personen, die aus ihrer Sicht in das Unternehmen passen. Damit reduzieren Sie durch ein wirksames Employer Branding das Risiko, die falschen Kandidaten empfohlen zu bekommen.

Und falls Sie eine Auffrischung im Employer Branding brauchen, lesen Sie unseren Artikel zum Personalmarketing. Hier erfahren Sie, welche Instrumente Sie einsetzen können, um Unternehmenswerte und -kultur zu etablieren.

2. Klare Kommunikation

Sie wollen, dass Ihre Mitarbeiter neue Mitarbeiter für Sie rekrutieren? Dann kommunizieren Sie das. Die meisten Mitarbeiterempfehlungsprogramme scheitern bereits daran, dass Mitarbeiter überhaupt nicht Bescheid wissen über das Programm. Zusätzlich wird häufig versäumt den konkreten Nutzen und Mehrwert einer Empfehlung darzustellen.

Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Kampagnen sollten daher strategisch kommuniziert werden. Sie sollten sich klar darüber sein:

  • Wer darüber informiert werden muss
  • Welche Mitarbeiter Sie erreichen wollen
  • Was für Informationen Ihre Mitarbeiter brauchen
  • Über welche Kanäle Sie die jeweiligen Mitarbeiter erreichen
  • Wie Sie die Informationen aufbereiten

Gelingt es Ihnen dann auch noch den Mehrwert eines Empfehlungsprogramms zu kommunizieren, ist es einfacher Ihre Mitarbeiter hierfür langfristig zu motivieren. Apropos Motivation… Wahrscheinlich überlegen Sie sich bereits während Sie diesen Text lesen, wann es endlich um die Höhe der Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Prämien geht. Ha, ertappt. Dazu jetzt mehr

3. Langfristige Motivation

Die klassische Belohnung einer Mitarbeiterempfehlung basiert auf Geld. Dabei wurde in der Firstbird Studie 2017 aber herausgefunden, dass die höhe der Prämie nicht in direktem Zusammenhang mit der Mitarbeitermotivation steht.

Die Höhe der Prämie beeinflusst das Empfehlungsverhalten Ihrer Mitarbeiter nicht positiv. Es ist eher sogar der Fall, dass eine ganze Menge an Mitarbeitern offene Stellen weiterempfehlen, ohne eine Prämie versprochen zu bekommen.

Hintergrundwissen: Motivationskonzepte aus der Psychologie nach McClelland

Der US-amerikanische Verhaltens- und Sozialpsychologe David McClelland hat in den 1950er-Jahren die Theorie der Motivation aufgestellt. Diese besagt, dass Menschen drei Gründe für Ihre Motivation haben können.

  1. Macht: Kontrolle und Verantwortung über Personen und Prozesse
  2. Leistung: Erfolg, der erlebt wird
  3. Zugehörigkeit: Der Wunsch zu einer Gruppe dazuzugehören

Demnach sind neben finanziellen Anreizen auch die verschiedenen persönlichen Motivatoren mit Ihrem Empfehlungsprogramm anzusprechen

*Das alles ist auch nochmal ausführlich in der Firstbird Studie 2017 nachzulesen.

 

Langfristige Motivatoren, die Sie auch kommunizieren sollten, sind:

  • Die Chance, dass Mitarbeiter sich Ihre neuen Kollegen selbst aussuchen können und den Recruitingprozess mitbestimmen können
  • Die Wertschätzung, die Sie durch eine Vermittlung von der Personalabteilung und Ihren Kollegen erfahren
  • Die Ehre öffentlich in den internen Medien genannt zu werden
  • Das Gefühl eigenmächtig etwas zum Unternehmenserfolg beizutragen
  • Die Möglichkeit einen persönlich wertvollen Preis (Urlaubstage, Spa-Gutschein etc.) für erfolgreiche Vermittlungen zu bekommen

So sprechen Sie nicht nur eine einzelne Personengruppe an, sondern gleich mehrere. Gleichzeitig vermeiden Sie dadurch, dass Personen Ihre Prämien missbrauchen und aus den falschen Motiven neue Mitarbeiter empfehlen.

Die Idee hinter Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programmen lässt sich auch auf andere Zielgruppen ausdehnen. So können Sie beispielsweise auch ein Kunden-werben-Kunden- oder Unternehmen-werben-Unternehmen-Programm aufsetzen.

Auch wir bei Campusjäger arbeiten mit Empfehlungsprogrammen, beispielsweise unserer Kampagne “Freunde einladen” in dem Bewerbungsprofil der Kandidaten. Das sieht dann so aus:

Studenten-werben-Studenten-Kampagne-Campusjäger

Wir arbeiten in unserem Empfehlungsprogramm hauptsächlich mit einem finanziellen Anreiz. Gleichzeitig adressieren wir auch die Zugehörigkeit als Motivator, indem wir das Geld nicht nur an den Empfehler sondern auch an den Empfohlenen auszahlen. So muss jedes Unternehmen für sich herausfinden, welche Motivatoren hauptsächlich in Ihrer Bezugsgruppe vertreten sind und wie Sie diese ansprechen wollen.

Falls Ihnen die Empfehlung neuer Mitarbeiter zu lange dauert, können wir das für Sie übernehmen. Wir empfehlen Ihnen aus unserem Talentpool von über 47.000 Studenten die passenden Kandidaten – solange Sie mit unserer Wahl nicht zufrieden sind, ist unser Service sogar komplett kostenlos für Sie. Informieren Sie sich jetzt über uns.

Veröffentlicht am 07. August 2018, zuletzt aktualisiert am 04. September 2018

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