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Mitarbeiter werben Mitarbeiter – Wie du dein Recruiting erleichterst - Campusjäger

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Mitarbeiter werben Mitarbeiter – Wie du dein Recruiting erleichterst

So motivierst du deine Mitarbeiter zum Empfehlen

Deine Mitarbeiter kennen vielleicht die perfekten Kandidaten für die offenen Stellen, die ihr ausgeschrieben habt. Das solltest du nutzen.

Wie?

Mit einem Mitarbeiterempfehlungsprogramm (auch: Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programm) motivierst du deine Mitarbeiter, für dich die richtigen Mitarbeiter zu finden. Damit bindest du deine Mitarbeiter in den Recruitingprozess mit ein und entlastest diese bestenfalls.

Das ist keineswegs neu: Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gibt an, dass 2016 fast jede dritte Stelle über eine Empfehlung besetzt wurde. Die Tendenz ist steigend.

Inhalt

Wie funktioniert ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm?

Empfehlungsprogramme funktionieren sehr einfach: Mitarbeiter werben Mitarbeiter und werden dabei vom Unternehmen unterstützt. Das klappt so gut, weil Mitarbeiterempfehlungsprogramme Vorteile für alle Beteiligten bieten: Empfohlene Kandidaten haben Aussicht auf einen neuen Job, der empfehlende Mitarbeiter erhält meist eine Prämie und du als Arbeitgeber findest schneller qualifizierte Mitarbeiter.

So entsteht am Ende eine Win-Win-Win Situation.

Wie du sicher weißt, wiegen persönliche Empfehlungen von Familie, Freunden und Bekannten schwerer als die meisten Werbeversprechen. Und sie sind überlegter, zielgerichteter und damit effektiver.

Aber warum?

Mitarbeiter empfehlen nicht leichtfertige Freunde und Bekannte als Kandidaten oder Unternehmen als Arbeitgeber. Nur dann, wenn sie wirklich davon überzeugt sind, dass die empfohlene Person zu der offenen Stelle und umgekehrt das Unternehmen zur empfohlenen Person passt.

Deswegen gehören Empfehlungsprogramme zu den vertrauenswürdigsten Werbeformaten, wie der Nielsen Global Trust in Advertising Report festhält.

Die Idee hinter Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programmen lässt sich übrigens auch auf andere Zielgruppen ausdehnen. Zum Beispiel können deine Mitarbeiter auch Kunden für das Unternehmen werben oder Kunden werben weitere Kunden.

Damit sind deine Mitarbeiter sozusagen ein Filter. In gewisser Weise übernehmen sie die Verantwortung und wollen natürlich nichts empfehlen, an das sie nicht glauben. Weder das teure Restaurant in der Stadt noch den neuesten Hollywood-Streifen oder eben den eigenen Arbeitgeber.

Pro & Contra: Warum (k)ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm einführen?

Ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm sollte durchdacht sein und ebenso gut umgesetzt werden, sonst bedeutet es mehr Aufwand als Nutzen – aber das ist ja bei fast allem so. Stellt sich also die Frage, was der Nutzen denn ist und warum du ein solches System einführen solltest.

Also: Welche Vorteile hast du als Arbeitgeber von Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programmen?

Vorteile

  • Die Vorselektion von Bewerbern durch deine Mitarbeiter erhöht die Qualität der Bewerber
  • Durch die Vorauswahl, wird die Recruiting-Abteilung entlastet
  • Der Cultural Fit ist höher, da Mitarbeiter überwiegend passende Kandidaten empfehlen
  • Offene Stellen werden schneller besetzt
  • Die Kosten für andere Kanäle (z.B. Jobbörsen) sinken
  • Empfohlene Talente, die du aktuell nicht einsetzen kannst, können in den Talentpool aufgenommen werden
  • empfohlene Mitarbeiter sind häufig loyaler und bleiben länger im Unternehmen
  • Das Programm stärkt deine Arbeitgebermarke, indem Mitarbeiter dich nach außen hin authentisch repräsentieren und unterstützen

Am Ende ist die Qualität höher, der Prozess schneller und (neue) Mitarbeiter bleiben länger.

Natürlich gibt es auch Nachteile, wenn auch nicht so viele. Wie schwer sie wiegen, liegt in deinem eigenen Ermessen:

Nachteile

  • Die Diversität kann leiden, da die Demographie von Freunden und Bekannten oft der eigenen entspricht
  • Mitarbeiter sind möglicherweise frustriert, wenn mehrere Empfehlungen nicht angenommen werden können
  • Bei hohen Prämien steckt womöglich die falsche Motivation hinter der Empfehlung

Auf was du alles achten musst, damit deine Empfehlungskampagne erfolgreich wird, zeigen wir dir jetzt.

Mitarbeiter werben Mitarbeiter: Konzept & Voraussetzung

Wahrscheinlich bekommst du schon Empfehlungen, selbst wenn es noch kein offizielles Mitarbeiterempfehlungsprogramm in deinem Unternehmen gibt. Das ist gut, denn es zeigt, dass ihr schon etwas richtig macht und Mitarbeiter gerne im Unternehmen arbeiten.

Wir zeigen dir jetzt, wie du ein konkretes Konzept erstellst und für die nötigen Voraussetzungen sorgst, damit ein internes Empfehlungs-Netzwerk entsteht.

1. Employer Branding als Basis

Die Basis jedes Mitarbeiterempfehlungsprogrammes ist eine hohe Arbeitgeberattraktivität. Mitarbeiter müssen ihren Arbeitgeber sehr gerne haben – denn nur das motiviert deine Mitarbeiter von innen heraus, das Unternehmen ihren Freunden und Bekannten zu empfehlen. Das lässt sich auch nicht mit einer hohen Prämie ausgleichen (stattdessen sorgt das womöglich nur für schlechte Empfehlungen).

Deswegen solltest du unbedingt am Employer Branding arbeiten. Dazu gehören Faktoren wie

  • sichere Arbeitsplätzen
  • Weiterbildungen
  • gute Karrieremöglichkeiten
  • flache Hierarchien
  • gutes Arbeitsklima
  • ansprechende Gehälter
  • interessante Tätigkeiten

Wenn der Großteil dieser Faktoren stimmt, werden deine Mitarbeiter offene Stellen freiwillig weiterempfehlen.

Das Ganze bedingt sich auch ein wenig gegenseitig, denn Gleich und Gleich gesellt sich gern. Deine Mitarbeiter kennen die Unternehmenskultur und empfehlen mit hoher Wahrscheinlichkeit nur Personen, die aus ihrer Sicht in das Unternehmen passen. Dadurch wird das Employer Branding verstärkt und das Risiko verringert, die falschen Kandidaten empfohlen zu bekommen.

Weiterführender Artikel: Hier findest du mehr über Employer Branding Prozess heraus.

2. Klare Kommunikation

Du willst, dass deine Mitarbeiter neue Mitarbeiter für dich rekrutieren? Dann sag das.

Die meisten Mitarbeiterempfehlungsprogramme scheitern bereits daran, dass Mitarbeiter überhaupt nicht wissen, welche Stellen gerade besetzt werden sollen – oder dass sie eine Prämie bekommen könnten.

Warum das wichtig ist und wie du das machen kannst, erfährst du in diesem Video:

Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Kampagnen sollten also strategisch kommuniziert werden und sind am besten in den Recruiting-Prozess fest integriert. Wird ein neues Stellenangebot veröffentlicht, sollte auch direkt das Team darüber informiert werden. Dazu kannst du verschiedenen Kanäle verwenden:

  • direkt in Meetings ansprechen
  • Aushänge am schwarzen Brett
  • Rundmail an alle Mitarbeiter
  • internes Chat-Programm nutzen

Natürlich kannst du auch das auch im direkten Gespräch ansprechen, zum Beispiel beim Mittagessen oder vor der Kaffeemaschine. Denk aber daran, dass du damit wahrscheinlich nicht alle Mitarbeiter gleichermaßen erreichst.

Bei diesen Gelegenheiten solltest du auch nochmal den Mehrwert eines Empfehlungsprogramms ansprechen. Wissen deine Mitarbeiter, warum ihre Empfehlungen so wertvoll für das Unternehmen sind? Und wissen sie, dass sie eine Prämie bekommen, wenn ihre Empfehlung eingestellt wird?

Und damit kommen wir zur Prämie für deine Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Kampagne.

3. Mitarbeiter werben Mitarbeiter: Prämie und Anreize

Die klassische Belohnung einer Mitarbeiterempfehlung ist Geld. Tatsächlich wurde in der Firstbird Studie 2017 jedoch herausgefunden, dass die Höhe der Prämie nicht in direktem Zusammenhang mit der Mitarbeitermotivation steht.

Die Höhe der Prämie beeinflusst das Empfehlungsverhalten deiner Mitarbeiter also nicht positiv. Es ist eher sogar der Fall, dass eine ganze Menge an Mitarbeitern offene Stellen weiterempfehlen, ohne eine Prämie versprochen zu bekommen. Das liegt daran, dass einige Mitarbeiter nicht möchten, dass du denkst, sie würden nur wegen der Prämie eine Empfehlung aussprechen – und deswegen gar nichts sagen.

Hättest du das gedacht?

Hintergrundwissen: Motivationskonzepte aus der Psychologie nach McClelland

Der US-amerikanische Verhaltens- und Sozialpsychologe David McClelland hat in den 1950er-Jahren die Theorie der Motivation aufgestellt. Diese besagt, dass Menschen drei Gründe für Ihre Motivation haben können.

  1. Macht: Kontrolle und Verantwortung über Personen und Prozesse
  2. Leistung: Erfolg, der erlebt wird
  3. Zugehörigkeit: Der Wunsch, zu einer Gruppe dazuzugehören

Demnach solltest du mit deinem Empfehlungsprogramm neben den finanziellen Anreizen auch die verschiedenen persönlichen Motivatoren ansprechen.

*Das alles kannst du auch nochmal ausführlich in der Firstbird Studie 2017 nachlesen.

Langfristige Motivatoren, die du auch kommunizieren solltest:

  • Die Chance, dass Mitarbeiter sich deine neuen Kollegen selbst aussuchen können und den Recruitingprozess mitbestimmen können
  • Die Wertschätzung, die sie durch eine Vermittlung von der Personalabteilung und ihren Kollegen erfahren
  • Das Gefühl, eigenmächtig etwas zum Unternehmenserfolg beizutragen
  • Die Möglichkeit, einen persönlich wertvollen Preis (Urlaubstage, Spa-Gutschein etc.) für erfolgreiche Empfehlungen zu bekommen

So sprichst du nicht nur eine einzelne Personengruppe an, sondern gleich mehrere. Gleichzeitig vermeidest du dadurch, dass Personen deine Prämien missbrauchen und aus den falschen Motiven neue Mitarbeiter empfehlen.

Charmant und einfach: Recruiting Cards

Entscheidend ist natürlich, wie du das Ganze letztendlich umsetzt. Eine sehr einfache und doch charmante Methode sind sogenannte Recruiting Cards. Sie sehen aus wie Visitenkarten, werden genauso verwendet und – das vielleicht tollste an ihnen – sie sind genauso günstig.

Einziger Unterschied: Statt einem Namen steht auf der Vorderseite ein sympathischer Text und auf der Rückseite Infos zum Unternehmen und der Kontakt zur HR-Abteilung.

Je überraschender, humorvoller und sympathischer die Karte, desto größer ihr Erfolg. Klar, schließlich verkörpert sie dein Unternehmen.

Die Recruiting Cards kannst du einfach an deine Mitarbeiter verteilen und sie bitten, diese an potenzielle Kandidaten zu überreichen. Das Praktische: Sie passen in jede Brieftasche und können daher auch im Alltag überall hin mitgenommen werden.

Wie eine gute Umsetzung aussieht, zeigt das Beispiel von Apple. Hier steht auf der Vorderseite der Recruiting Card einfach nur: „You’re amazing. We should talk.” (Übersetzt: „Du bist beeindruckend. Wir sollten uns unterhalten.").

Dreht man die Karte um, ist (übersetzt) zu lesen:

Dein Kundenservice gerade war hervorragend. Ich arbeite für den Apple Store und du bist genau die Art Mensch, die wir suchen. Wenn du dort, wo du bist, glücklich bist, würde ich dich niemals bitten zu gehen. Aber wenn du über eine Veränderung nachdenkst, ruf mich an. Dies könnte der Beginn von etwas Großem sein."

Wer könnte dazu schon nein sagen?

Den Empfänger einer Domino’s Recruiting Card erwarten neben einem ähnlich sympathischen Text auch noch die wichtigsten Job- und Bewerbungsdetails. Zusätzlich hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, eine „Empfehlungskarte” auszufüllen und seinem Vorgesetzten zu übergeben. So kann auch das Unternehmen aktiv werden und noch mal auf den Empfohlenen zugehen.

Du siehst, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Spare hier nicht an der Gestaltung, denn ist die Karte ansprechend und gut gemacht, so werden deine Mitarbeiter sie auch gerne verteilen.

Mitarbeiterempfehlungsprogramme sind nur einer von vielen Trends in der Recruiting-Branche. Welche es noch gibt und welche du auf keinen Fall verpassen solltest, haben wir dir in unserem Artikel Die 50 wichtigsten Recruiting-Trends zusammengetragen.

Veröffentlicht am 07. August 2018, zuletzt aktualisiert am 06. August 2019

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