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Warum flexible Arbeitszeiten für Arbeitgeber interessant sind

Die besten Arbeitszeitmodelle auf einen Blick

Mitarbeiter, die flexible Arbeitszeiten genießen, arbeiten kaum und leisten nichts? Falsch! Flexible Arbeitszeitmodelle bergen gewaltige Vorteile gegenüber dem starren Nine-to-Five-Job! Hier finden Sie heraus, welche Modelle es gibt und wie Sie davon profitieren können.

Inhalt

Flexible Arbeitszeit – das Modell der Zukunft?

Auf das Arbeitszeitmodell mit fixen Dienstzeiten und festen Arbeitsorten setzen immer weniger Unternehmen – gerade Mittelständler profitieren auch von den flexiblen Varianten. Denn diese bringen viele Vorteile mit sich. Fachkräfte suchen nach einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie und möchten aufgrund privater Veränderungen nicht auf ihre Karriere verzichten. Als Arbeitgeber können Sie hier Ihre Attraktivität steigern und sich einen Vorsprung sichern. Um motivierte Fachkräfte zu gewinnen, kommen Sie um das Thema „flexible Arbeitszeit“ also nicht herum.

In diesem Rahmen ist auch das Thema Weiterbildung außerhalb der Dienstzeiten für Arbeitnehmer besonders wichtig geworden. Damit sich Fortbildung und Arbeit miteinander vereinen lassen, sind flexibel gestaltbare Arbeitszeiten häufig eine Voraussetzung und unterstützen Arbeitnehmer bei ihrem Vorhaben. Auch das birgt für Sie als Arbeitgeber Vorteile, denn jede Form der Weiterbildung macht sich auch in Ihrem Unternehmen positiv bemerkbar. 

Und sind Ihre Mitarbeiter flexibel beschäftigt, können Sie ihre Arbeitskraft dann einsetzen, wenn Sie sie wirklich brauchen. Auf diese Weise lassen sich Auftragsspitzen und arbeitsintensive Phasen wesentlich besser abfedern, als in einem starren Arbeitszeitmodell. Auch ist es möglich, Ihre bisherigen Öffnungszeiten noch einmal zu überdenken und zu verlängern, oder Ansprechpartner für Kunden zu weiteren Zeiten zur Verfügung zu stellen. Daher ist das Arbeitszeitmodell auch in der Personalplanung von Bedeutung.

Außerdem fühlen sich Mitarbeiter mit flexiblen Arbeitszeiten zufriedener und weniger gestresst, was sich besonders positiv auf das Arbeitsergebnis auswirkt – flexible Arbeitszeit stärkt die Eigenverantwortung der Mitarbeiter. Laut einer Studie von InsightExpress sind bereits 68 Prozent der befragten deutschen Arbeitgeber davon überzeugt, dass flexible Arbeitszeiten in Unternehmen die ideale Beschäftigungsform darstellt. Insbesondere bei Aufgaben, die eine hohe Konzentration erfordern, können Arbeitnehmer durch flexible Arbeitszeiten individuell und lösungsorientiert arbeiten. Ineffizientes Multitasking und Arbeitsunterbrechungen fallen in Phasen höchster Konzentration weg, da Ihr Mitarbeiter selbst entscheiden kann, wann er sich neuen Aufgaben widmet.

Unterschiedliche Arbeitszeitmodelle für mehr Flexibilität

Sie können Ihren Arbeitnehmern flexibel Arbeitszeit auf verschiedene Weisen ermöglichen. Die Modelle, die sich auch in der Praxis bewährt haben, stellen wir Ihnen im Folgenden vor:

Arbeiten in Teilzeit – individuell vereinbart

Mitarbeiter in Teilzeit arbeiten regelmäßig kürzer als ihre Kollegen in Vollzeit. Das muss nicht der typischen Halbtagsarbeit entsprechen, sondern kann individuell festgelegt werden. So kann die Arbeitszeit auf Bedarf des Arbeitgebers und Möglichkeiten des Arbeitnehmers zugeschnitten werden. Neben der Wochenarbeitszeit können aber auch die Arbeitstage vereinbart werden. Sind beispielsweise 30 Wochenstunden vereinbart, müssen diese nicht gleichmäßig auf fünf Werktage verteilt werden. Stattdessen sind drei Tage zu je 8 Stunden und ein Tag zu 6 Stunden möglich.

Im Jobsharing kann sich auf diese Weise eine Stelle durch zwei oder mehr Arbeitnehmer geteilt werden. Vorausgesetzt, diese können gut zusammenarbeiten und anfallende Arbeiten untereinander aufteilen. So können aber auch Teilzeitkräfte an Projekten mitarbeiten, die eigentlich Vollzeitarbeiter bedürfen. Als Ergänzung zu einer ausgebildeten Teilzeitkraft eignen sich oft auch Werkstudenten. Diese können spezifische Aufgaben übernehmen und bringen frisches Fachwissen von der Uni mit. Außerdem können Sie so direkt Nachwuchs-Talente für sich gewinnen.

Besonders für Eltern schaffen Sie so eine attraktive Möglichkeit, trotz Elternzeit am Geschehen teilhaben zu können und erleichtern somit auch den Wiedereinstieg. Aber auch Mitarbeitern, die aus anderen Gründen einer Vollzeitstelle nicht nachkommen können, weil sie beispielsweise Angehörige pflegen müssen, ermöglichen Sie es, weiterhin ihrer Beschäftigung nachzukommen.

flexible Arbeitszeiten

Vertrauensarbeitszeit

Dieses Arbeitszeitmodell greift zu den wahrscheinlich drastischsten Methoden – bringt aber auch die höchste Flexibilität mit sich. Bei der Vertrauensarbeitszeit rückt die zeitliche Präsenz des Arbeitnehmers in den Hintergrund. Stattdessen wird der Fokus auf die fristgerechte Fertigstellung von Aufgaben und Projekten gelegt. Damit vermeiden Sie Leerlaufzeiten. Zudem fördert dieses Arbeitszeitmodell das unternehmerische Denken Ihrer Beschäftigten, denn das Ergebnis steht hier im Zentrum und nicht die Anwesenheit. Da dieses Modell auf Vertrauen beruht, wird die tatsächliche Arbeitszeit nicht erfasst, der Arbeitnehmer gestaltet seine Arbeitszeit vollkommen eigenverantwortlich. Gesetzliche Arbeitszeitregelungen und deren Einhaltung liegen jedoch weiterhin in Ihrer Verantwortung.

Dieses Modell setzt einige Kompetenzen sowohl auf Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerseite voraus. Führungskräfte sehen sich mit erhöhten Anforderungen an ihre Kompetenzen konfrontiert, während Arbeitnehmer Talent in Selbst- und Zeitmanagement mitbringen müssen. Zum Gelingen trägt außerdem eine strukturierte Kommunikation bei. Ziele müssen klar formuliert sein und die einzelnen Mitarbeiter/Teams müssen sich untereinander verständigen können. Dies birgt einen erhöhten Koordinationsaufwand, da sich die individuelle Arbeitszeiten teilweise drastisch voneinander unterscheiden können.

Gleitzeit mit Kernarbeitszeit

Gleitzeit ist ein beliebtes Arbeitszeitmodell, das sich besonders dann bewährt, wenn Arbeitnehmer nur zu bestimmten Zeiten anwesend sein müssen. Diese Kernarbeitszeit lässt sich an die Anforderungen Ihres Unternehmens anpassen, um beispielsweise die arbeitsintensivsten Stunden des Tages bewältigen zu können. Vor und nach der Kernarbeitszeit können Zeiträume geschaffen werden, in denen die Mitarbeiter selbst entscheiden können, wann sie kommen und wann sie gehen.

gleitzeit-arbeitszeit

Arbeitszeitkonten

Grundlage ist auch hier eine vertraglich geregelte Arbeitszeit, die am Ende eines bestimmten Zeitraums abgearbeitet sein muss. Dieser Zeitraum ist prinzipiell frei wählbar, häufig wird jedoch ein Jahr als Basis genommen. Unter dem Jahr können Mitarbeiter ihre Arbeitszeit so an ihre eigenen Möglichkeiten und saisonale Schwankungen anpassen, also beispielsweise im Frühjahr und Herbst mehr arbeiten, dafür im Sommer reduzieren. Entscheidend ist lediglich, dass am Ende des Jahres die vereinbarte Stundenzahl im Durchschnitt erreicht ist.

Arbeitszeitkonten ermöglichen es Ihren Mitarbeitern, Zeit anzusparen und/oder auszugeben. Denkbar wäre es also, dass einige Ihrer Mitarbeiter eine typische 40-Stunden-Woche bevorzugen und kein Guthaben ansammeln. Andere könnten über mehrere Monate regelmäßig mehr arbeiten, um anschließend ihr Guthaben über einen längeren Zeitraum aufzubrauchen und weniger zu arbeiten oder ihren Urlaub zu verlängern.

Homeoffice

Ähnlich der Vertrauensarbeitszeit bietet auch die Möglichkeit des Homeoffice besonders flexible Arbeitszeiten. In Zeiten moderner Kommunikationslösungen via Internet und Smartphone ist der Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden schnell eingerichtet. So können Sie auch Mitarbeiter beschäftigen, die weiter weg oder sogar im Ausland leben. Möchten Sie nicht gleich aufs Ganze gehen, können Sie Ihren Mitarbeitern auch die Möglichkeit geben, einen bestimmten Teil ihrer Arbeitszeit von Zuhause aus zu erledigen.

homeoffice

Das kann auch besonders für Praktikanten interessant sein, die noch nebenher ihrem Studium nachgehen müssen. Diesen können Sie auf diese Weise einen großen Schritt entgegenkommen und sich auch gegenüber anderen Unternehmen besonders hervorheben. Gerade wenn Sie kurzfristig Praktikanten einstellen möchten, stellt sich gegebenenfalls eine Platzfrage, der Sie durch die Möglichkeit des Homeoffice entgegenwirken können.

Auch dieses Arbeitszeitmodell kommt Arbeitnehmern entgegen, die nicht oder nur eingeschränkt vor Ort arbeiten können. Damit erhöhen Sie Ihre Attraktivität gegenüber Mitarbeitern und Bewerbern mit Kindern, können aber auch besser auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung eingehen. Zudem können Sie so Kosten für zusätzliche Arbeitsplätze einsparen, indem sich beispielsweise zwei Vollzeitkräfte einen Arbeitsplatz vor Ort teilen.

Worauf Sie achten müssen – die Nachteile

Flexible Arbeitszeit ist immer mit Vertrauen verbunden, mal mehr, mal weniger. Leider kann Vertrauen immer auch missbraucht werden. Daher müssen Sie im Vorfeld für sich klären, welches Arbeitszeitmodell für Sie die beste Lösung darstellt. Im Zweifelsfall lässt es sich nicht vermeiden, Kontrollmechanismen einzubauen und auf regelmäßige Updates zu Aufgaben und Projekten zu bestehen.

Die Flexibilität stellt erhöhte Anforderungen an Ihre Mitarbeiter bezüglich Selbst- und Zeitmanagement. Daher kann es sinnvoll sein, eine interne Schulung anzubieten, um die Umstellung so einfach wie möglich zu gestalten und Ihren Mitarbeitern das nötige Knowhow zur Verfügung zu stellen, um souverän arbeiten zu können.

Zudem müssen Arbeitnehmer, die zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten arbeiten, koordiniert werden. Sie sehen sich also mit einem erhöhten organisatorischen Aufwand konfrontiert, den Sie auf jeden Fall bedenken müssen. Das gilt auch für Ihre Führungskräfte, die stets den Überblick über ihre Teams behalten müssen. Flexible Arbeitszeit muss gut geplant sein und strukturiert eingeführt werden, damit es zu keinem Chaos kommt.

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