Candidate Journey: Finde passende Talente

Wenn du dich mit der Candidate Journey beschäftigst, schlüpfst du in die Rolle eines Reisebüros. Der perfekte Urlaub soll geplant werden und die Zufriedenheit der Kunden hängt von deiner Performance ab: Mit welchen Attraktionen überzeugst du Interessenten? Verläuft die Anreise mit langen Wartezeiten? Welches Zusatzangebot stellst du zur Verfügung?

Je besser deine Reise geplant ist, desto glücklicher sind deine Kunden und empfehlen dich bestenfalls weiter. 

Die Candidate Journey basiert auf dem gleichen Prinzip. Je besser du diese gestaltest, desto mehr Bewerber finden sich und genau deswegen solltest du dich auch intensiv damit beschäftigen.

Wie du deine Candidate Journey beeinflussen kannst und was der Unterschied zur Candidate Experience ist, erfährst du hier.

Inhalt

Candidate Journey: Definition und Abgrenzung zur Candidate Experience

Die Candidate Journey und die Candidate Experience sind zwei Fachbegriffe, welche eng miteinander verwoben sind. Dabei stellt die Candidate Journey die Reise des Bewerbers, während des Bewerbungsprozesses dar. 

Die Candidate Experience beschreibt die gesammelten Erfahrungen, während dieser Reise. Da die beiden Begriffe voneinander abhängig sind, ist eine eindeutige Abgrenzung – welcher Schritt zu was gehört – eher schwierig. Sie beeinflussen sich gegenseitig und sollten deshalb auch gemeinsam betrachtet werden, um einen optimalen Bewerbungsprozess für zukünftige Interessenten zu schaffen.

Auch bei dem Candidate Experience Management wird die Candidate Journey betrachtet, da der enge Kontakt die Candidate Experience deutlich beeinflusst.

Aber was bedeutet denn jetzt „die Reise des Bewerbers“ genau?

Bei der Reise des Bewerbers handelt es sich um die verschiedenen Kontaktpunkte – den Touchpoints – zwischen dir und dem Interessenten über den generellen Ablauf bis zur Bewerbung. 

Die Reise wird also durch diese Kontaktpunkte bestimmt und bietet dir die Möglichkeit den Bewerber zu überzeugen. 

Der erste Kontakt kann dabei ein Post auf LinkedIn sein, oder aber auch das Lesen eines Artikels über dein Unternehmen. Es gibt viele verschiedene erste Kontaktmöglichkeiten und jede Candidate Journey ist einzigartig.

Durch eine Optimierung der Candidate Journey kannst du folgendes erzielen: 

  • niedrigere Abbruchquoten
  • engere emotionale Bindungen der Kandidaten
  • ein verbessertes Image deines Unternehmens 

Um die Candidate Journey optimieren zu können, solltest du dir die verschiedenen Kontaktpunkte mit dem Bewerber genauer anschauen. Im Gegensatz zu früher, gibt es heutzutage viele verschiedene Quellen und Medien, mit denen du die Aufmerksamkeit eines Kandidates erreichen kannst. Es liegt somit in deiner Hand, deine Chancen auf gute Bewerber durch eine verbesserte Candidate Journey zu erhöhen und für einen potentiellen Kandidaten frühen Kontakt zu ermöglichen.

Candidate Journey Map

Candidate Journey Map: Listest du die Touchpoints auf, nennt man dies Candidate Journey Mapping und du erhältst eine Candidate Journey Map, wie bei dem Beispiel oben dargestellt.

Wie verbessert man die Candidate Journey und warum ist eine Verbesserung wichtig?

Der Kampf um Talente nimmt durch den Fachkräftemangel weiter zu. Um trotzdem passende Bewerber zu finden, reicht es nicht aus eine Stellenanzeige in der Zeitung zu veröffentlichen und abzuwarten. 

Ein erfolgreiches Recruiting bedarf heutzutage vielfältige Touchpoints und eine wiederholende Überprüfung dieser. 

Touchpoints beschreiben die Kontaktpunkte des Bewerbers mit dem Unternehmen, während des Bewerbungsprozesses. Passt du diese auf die Bedürfnisse des Interessenten an, steigt deine Chance auf passende Bewerber.

Gerade die Top Talents sind heiß begehrt und haben oft die Wahl, wo sie sich bewerben. Ein anstrengender Bewerbungsprozess führt schnell zum Abbruch.

Die Candidate Journey beginnt bereits bei der Suche nach einer neuen Herausforderung des Bewerbers. Hole ihn dort ab und führe ihn durch einen geplanten Bewerbungsprozess, für eine optimale Candidate Journey.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Bewerber während des Bewerbungsprozesses abbricht wird dadurch gemindert und dein Recruiting besonders leistungsstark und effektiv.

Wie bereits erwähnt, ist auch die Candidate Experience ein wichtiger Faktor, der die Candidate Journey beeinflusst. Je positiver die gesammelten Candidate Erfahrungen des Bewerbers sind, umso eher kommt es zu weiteren Kontaktpunkten. Bewerber, die die Erfahrung gemacht haben, zum Beispiel ewig auf eine Antwort zu warten, brechen den Bewerbungsprozess eher ab, als Bewerber, die positive Erinnerungen an den Bewerbungsprozess haben.

Damit so viele Kandidaten wie möglich die Candidate Journey bis zur Einstellung durchführen, kannst du Probleme beheben und Verbesserungen durchführen. Hilfreich kann dir dabei die Betrachtung der 6 Stationen der Candidate Journey sein. Wir haben sie dir weiter unten aufgelistet und erklärt.

Um Probleme zu beheben und Verbesserungen durchzuführen, kannst du wie folgt vorgehen:

Versetze dich in den Bewerber hinein und überlege dir: Wie kommt der Bewerber auf deine Stellenanzeige? Über was informiert sich der Bewerber? 

Schaffe möglichst viele Berührungspunkte und achte darauf, dass man dich beispielsweise durch Suchmaschinenoptimierung auch findet. Denn findet der erste Kontakt gar nicht erst statt, sind weitere Optimierungen nicht zielführend. Dabei solltest du viele verschiedene Kanäle probieren – von Jobbörse, Social Media bis zur Unternehmenswebseite.

 

 

Ist der erste Kontakt zustande gekommen, geht es jetzt darum weitere Kontaktpunkte herauszufiltern und mit den Verbesserungen zu beginnen. Dabei kann es sich bei der Verbesserung zum Beispiel um die gesammelten Erfahrungen handeln – also der Candidate Experience: Was ist dem Bewerber wichtig? Wo könnten Probleme auftreten?

Aber auch ein verbesserter Übergang von einem Kontaktpunkt zum nächsten, optimiert deine Candidate Journey. Gib deinem Bewerber alle nötigen Informationen mit und halte ihn auf dem neuesten Stand seiner Bewerbung. Auch ein persönlicher Ansprechpartner vermittelt Interesse deinerseits und der Bewerber fühlt sich wertgeschätzt.

Tipp: Durch ein Testen des Bewerbungsprozesses aus Kandidatensicht, lassen sich Schwachstellen und unbekannte Probleme erkennen und können schnell behoben werden. 

Aber auch wenn kein konkretes Problem vorliegt, kannst du an deiner Candidate Journey arbeiten. Durch technische Optimierung erzielst du Schnelligkeit. Auch durch das Einsetzen von neuen Bewerbungsmethoden, wie der One-Click-Bewerbung, dem Mobile Recruiting oder dem Social Media Recruiting wird dein Bewerbungsprozess besser und du unterstützt die Kandidaten auf ihrer Candidate Journey.

Candidate Journey

Bei diesen Methoden handelt es sich allerdings nur um Optimierungen, die aufgrund der eigenen Analysen durchgeführt werden. Möchtest du wirkliches Feedback umsetzen, musst du die Kandidaten direkt fragen oder dorthin gehen, wo Feedback zur Verfügung gestellt wird. 

Beispiel: In Bewertungsportalen wie kununu oder Glassdoor kannst du Bewertungen zu deinem Unternehmen finden.

Für eigene Umfragen bietet sich das Vorstellungsgespräch an. Bei beiden Methoden solltest du aber darauf achten, dass die Bewertungen der Kandidaten eventuell nicht repräsentativ sind. Schließlich geben sich meist sehr zufriedene oder sehr unzufriedene Kandidaten die Mühe und geben ein Feedback oder schreiben über ihren Unmut. Im Vorstellungsgespräch wird der Kandidat versuchen wenig zu kritisieren, da er schließlich auf eine Einstellung hofft. All das musst du bei der Auswertung beachten, damit es zu keinen Verfälschungen kommt.

Deutlich repräsentativer ist das einbauen von Feedback Funktionen an den verschiedenen Touchpoints. Durch beispielsweise 5 Smileys von traurig bis glücklich können Kandidaten den Bewerbungsprozess bewerten. Hierbei bekommst du natürlich keine genauen Angaben was gut und was schlecht ist. Du kannst aber durch eine zeitliche Verfolgung feststellen, wie sich entsprechende Maßnahmen auswirken.

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Die 6 Stationen der Candidate Journey

Ein weiterer Ansatz für die Optimierung bilden die 6 Stationen der Candidate Journey. Bei genauer Betrachtung der Stationen, lassen sich Probleme und Verbesserungen herausfiltern.

  1. Aufmerksamkeit erlangen: 

    In dieser Phase möchtest du die Aufmerksamkeit eines potentiellen Kandidaten erreichen. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Typen von Kandidaten. 

    Zum einen Kandidaten, die aktiv auf der Jobsuche sind. Überlege dir auf welchen Portalen du diese erreichst und nutze verschiedene Möglichkeiten für deine Stellenanzeige. 

    Du hast aber auch die Möglichkeit Kandidaten für dich zu gewinnen, die nicht auf aktiver Jobsuche sind. Durch interessante Social Media Posts, ein witziges Video über dein Unternehmen oder gute Bewertungen kannst du Kandidaten von dir überzeugen. Im Vergleich zu Kandidaten die aktiv auf der Jobsuche sind, ist hier dein Unternehmensimage und damit auch das Employer Branding besonders wichtig. Schließlich willst du jemanden, der deinen Job gar nicht sucht, davon überzeugen, dass er diesen doch möchte.

  2. Kandidat findet deine Stellenanzeige:

    In dieser Phase ist vor allem der Aufbau und der weitere Kontakt deiner Stellenanzeige wichtig. Mit dem Inhalt möchtest du Interesse wecken. Was macht dich als Arbeitgeber besonders? Gleichzeitig sollte sie informativ sein. Was suchst du und noch wichtiger: Was hast du zu bieten?

    Aber auch der Aufbau ist nicht außer Acht zu lassen. Gestalte deine Stellenanzeige übersichtlich und ansprechend. Füge auch 1 - 2 Bilder hinzu. Weitere Tipps für die perfekte Stellenanzeige findest du hier.

    Nicht zu vergessen ist der Übergang zur Bewerbung: Hat der Kandidat Probleme oder Fragen, bricht er bei der großen Auswahl schnell die Bewerbung ab. Um das zu verhindern, sollte das Bewerben leicht und unkompliziert gestaltet werden. 

  3. Kandidat informiert sich: 

    Nun liegt es an dir interessanten Inhalt zu präsentieren und gute Bewertungen vorweisen zu können. Zeig was du drauf hast und versuche es auch mal durch eine raffinierte Karrierewebseite oder einem vielfältigem Unternehmensprofil. Durch Bilder schaffst du einen besseren Einblick und der Bewerber bekommt die Möglichkeit, sich die persönliche Passung in Raum und Team auch visuell vorzustellen. Dabei muss auch der Zugang sinnvoll gestaltet sein. Der Bewerber sollte nicht lange suchen müssen, um auf deine Webseite zu gelangen.

  4. Bewerbung eingetroffen:

    Wenn ein Kandidat sich bewirbt, hast du dir dessen Interesse gesichert. Trotzdem solltest du dich jetzt nicht ausruhen, sondern ganz im Gegenteil nochmal alles geben. Rechtzeitige Antworten mit allen relevanten Informationen, Ablehnungen mit konstruktiver Rückmeldung und Organisation von Vorstellungsgespräch und Probetag prägen deinen Bewerbungsprozess besonders intensiv und wirken sich auf dein Image aus. Schließlich hast du Bewerber herausgefiltert, die sich wirklich für deine Stelle interessieren. Jetzt heißt es nicht nur die Richtigen finden, sondern auch die Richtigen von deinem Angebot überzeugen, sodass es gar nicht erst zum Abbruch kommt.

  5. Personalauswahl:

    Bestenfalls weiß dein Kandidat bereits Bescheid, wann du ungefähr eine Rückmeldung gibst. Generell gilt jedoch die Kandidaten nicht lange warten zu lassen. Vor allem Top-Kandidaten bewerben sich auf mehrere Stellen – wartest du zu lange, schnappt dir die Konkurrenz deinen Bewerber vor der Nase weg. Durch eine sinnvolle Begründung einer Ablehnung, förderst du eine positive Candidate Experience. Der Bewerber ist vielleicht enttäuscht, die Stelle nicht ergattert zu haben, kann aber durch eine Begründung besser nachvollziehen, warum er abgewiesen wurde. Dadurch vermeidest du Ärger und wer weiß – vielleicht ist er ja der richtige Kandidat für die nächste freie Stelle.

  6. Erster Arbeitstag: 

    Ab dem ersten Arbeitstag endet die Candidate Journey und die Employee Journey beginnt. Bei einer erfolgreichen Candidate Journey, hat es ein Bewerber bis hierhin geschafft und optimalerweise das Ganze in geringer Zeit und minimalem Aufwand.

Zusammenfassung der Digital Candidate Journey Studie

Gut zu wissen: Persoblogger hat in Kooperation mit der Universität Bayreuth und The Ringsight die Studie Digital Candidate Journey zum Thema: „Wie digital wollen studentische Talente wirklich rekrutiert werden?“ gestartet und ausgewertet. Die Ergebnisse haben wir dir nochmal kurz und knapp zusammengefasst:

  • Studierende trennen private und öffentliche Netzwerke. Dementsprechend möchten Sie gerne auf Business Plattformen wie LinkedIn oder Xing angesprochen werden. Instagram, Snapchat und Co. sind dagegen eher ein Tabu.
  • Karrieremessen schneiden bei Studierenden besonders positiv ab. Der Kontakt zu einem Firmenvertreter überzeugt.
  • Obwohl Studierende mit der Digitalisierung groß wurden, bevorzugt die Mehrheit einen persönlichen Bewerbungsprozess mit zwischenmenschlicher Interaktion
  • Digitale Medien wie Chatbots werden nur als zusätzliche Hilfe für den Personaler positiv bewertet. Ein digitaler Rundgang durchs Büro oder auch ein Video Chat schneiden jedoch deutlich besser ab, als ein einfacher Chat mit dem Personaler oder einem Chatbot.
  • Bei dem Employer Branding erhalten die Arbeitsaufgabe, die Atmosphäre und die Work-Life-Balance einen besonders starken Stellenwert. Die Eigenschaften eines Unternehmens haben dagegen eher einen geringen Einfluss auf die Jobauswahl.
  • Persönliche Daten werden von Studierenden meist erst bei konkretem Interesse herausgegeben. Dagegen werden Informationen zum mitnehmen, wie Broschüren und Visitenkarten gerne genutzt.
  • Studierende möchten das Unternehmen kontaktieren und nicht kontaktiert werden.
  • Neben der Unternehmenswebseite und den Produkten informieren sich Studierende auch bei Freunden und Bewertungsportalen. Das Gespräch mit einem Unternehmensvertreter kann auch ausschlaggebend sein. Die Meinung anderer hat somit einen großen Einfluss bei der Arbeitgeberwahl.
  • Die schriftliche Bewerbung – per E-Mail, Onlineplattform oder in der Bewerbungsmappe – bleibt auch weiterhin das bevorzugte Bewerbungsformat. Messenger und Video können nicht überzeugen.

Fazit: Wie du deine Candidate Journey optimierst

Deine Candidate Journey beeinflusst die Anzahl und die Auswahl an Bewerbern. Um die richtigen Bewerber zu bekommen, solltest du die Candidate Journey mit den dort gesammelten Candidate Erfahrungen – der Candidate Experience – optimieren. Durch weniger Aufwand erreichst du so mehr Aufmerksamkeit und die Zahl der passenden Bewerber steigt. Dabei bietet dir jeder Kontakt mit dem Bewerber – den sogenannten Touchpoints – die Möglichkeit, dich zu verbessern.

Durch regelmäßiges Einholen von Feedback kannst du überprüfen, welche Probleme bestehen und deine Candidate Journey für einen erfolgreichen Bewerbungsprozess kontinuierlich verbessern.

Du bist auf der Suche nach Mitarbeitern? Campusjäger bietet dir den idealen Touchpoint zu einem vielfältigen Bewerberpool. Wir unterstützen dich gerne bei der Suche nach passenden Mitarbeitern. Damit deine Candidate Journey erfolgreich wird, kümmern wir uns um vielfältige Touchpoints und einen reibungslosen Ablauf. Du möchtest mehr erfahren? 

Mitarbeiter mit dem richtigen Touchpoint finden

Veröffentlicht am 26.11.2020, aktualisiert am 22.01.2021

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