Arbeitsvertrag für Midijobber: Muster (Download und Vorschau)

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Arbeitsvertrag für Midijobber: Muster (Download und Vorschau)

“Midijobber” – noch nie gehört? Lerne hier, worin der Unterschied zum Minijobber besteht und wie du deinen neuen Mitarbeiter richtig anmeldest.

Inhalt

Was bedeutet “Midijob”?

Bei einem Midijob hält sich das regelmäßige monatliche Gehalt zwischen 450,01 Euro und 1.300 Euro auf. Arbeitnehmer befinden sich hier im sogenannten “Übergangsbereich” (vor 2019: "Gleitzone") von einem versicherungsfreien zu einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis.

Allerdings greift beim Midijob die Sozialversicherungspflicht. Das heißt: Unternehmen müssen Beiträge an die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlen.

Auch wenn der Arbeitnehmer mehrere Minijobs hat und der Gesamtverdienst zwischen 450,01 Euro und 1.300 Euro liegt, gilt er als Midijobber.

Worin besteht der Unterschied zum Minijob?

Hauptsächlich im Gehalt: Der Minijobber darf nicht mehr als 450 Euro pro Monat verdienen, während der Midijobber mit bis zu 1.300 Euro im Monat vergütet werden kann.

Im Unterschied zum Minijobber muss der Midijobber und dessen Arbeitgeber außerdem Sozialversicherungsbeiträge zahlen – allerdings nicht die vollen Beiträge. Dazu später mehr.

In der Pflege- und Arbeitslosenversicherung findet sich der nächste Unterschied: Midijobber sind vollversichert, also auch pflege- und arbeitslosenversichert. Als Minijobber besteht diese Versicherung nicht.

Was müssen Unternehmen beachten?

Vor allem auf die Vergütungsgrenze des Übergangsbereichs. Diese liegt seit 2019 bei 1.300 Euro.

Dein Arbeitnehmer hat mehrere Midijobs? Dann solltest du darauf achten, dass das gesamte regelmäßige monatliche Bruttogehalt nicht über 1.300 Euro liegt. Das würde bedeuten, dein Midijobber ist genauso voll sozialabgabenpflichtig wie deine Teilzeit- oder Vollzeitangestellten. Hierbei ist aber auch der Mitarbeiter verpflichtet, dir das mitzuteilen.

Die Lohnsteuer fällt beim Midijob nur in bestimmten Fällen an. Hierbei sind zwei Faktoren ausschlaggebend:

  • die Steuerklasse deines Midijobbers
  • Übt er den Job haupt- oder nebenberuflich aus?

Da ein Midijobber rechtlich wie ein Vollzeitangestellter zu behandeln ist, gelten für ihn auch die gleichen gesetzlichen Regelungen zum Kündigungs- und Datenschutz.

Dein Midijobber hat außerdem die gleichen Urlaubsrechte wie deine Teilzeit- oder Vollzeitangestellten. Kraft des Grundsatzes der Gleichberechtigung darfst du ihn hier nicht benachteiligen.

Einmalige Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld müssen bei der Vergütungsberechnung miteinbezogen werden. Dabei muss darauf geachtet werden, die Entgeltgrenze des Übergangsbereichs nicht zu überschreiten.

Das heißt: Du rechnest (12 x monatliches Bruttogehalt + einmalige Sonderzahlungen) / 12

Liegt dieser Wert über 1.300 Euro befindet sich dein Mitarbeiter nicht mehr im Übergangsbereich und verliert die Rechte auf reduzierte Sozialversicherungsbeiträge.

Muster Midijob Arbeitsvertrag im Wortlaut

// Möchtest du dieses Muster verwenden, empfehlen wir dir unbedingt zu prüfen, welche Bestimmungen du übernehmen willst und entsprechend Anpassungen und Ergänzungen vorzunehmen. Gegebenenfalls solltest du dazu einen Anwalt hinzuziehen. //

Vertrag über Beschäftigung im Übergangsbereich

 

Zwischen *Unternehmensname und Adresse*

 

– im Folgenden Arbeitgeber oder *Unternehmensname* genannt –

 

und Herrn/Frau *Vorname Nachname*

 

– im Folgenden Arbeitnehmer genannt –

 

– im Folgenden gemeinschaftlich die Vertragspartner genannt –

 

wird folgender Arbeitsvertrag geschlossen:

 

§ 1 Vertragsgegenstand

  1. Der Arbeitsvertrag beginnt am 01.01.2018. Der Arbeitnehmer wird im Unternehmensbereich Marketing beschäftigt.
  2. Das Arbeitsverhältnis ist nicht befristet.
    oder
    Das Arbeitsverhältnis ist auf 2 Jahre befristet.

    Beschäftigungsbeginn:

    Beschäftigungsende:

  3. Im Rahmen des Arbeitsverhältnisses ist der Arbeitnehmer direkt der Geschäftsleitung unterstellt.
  4. Der Arbeitgeber behält sich vor, das Aufgabengebiet des Arbeitnehmers zu erweitern oder zu beschränken.

 

§ 2 Probezeit und Kündigung

  1. Die ersten 6 Monate gelten als Probezeit. Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis beiderseits mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden.
  2. Das Arbeitsverhältnis kann nach der Probezeit mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder Ende eines Kalendermonats gekündigt werden. Jede Kündigung bedarf der Schriftform. Vor Antritt des Arbeitsverhältnisses ist die Kündigung ausgeschlossen.
  3. Der Arbeitgeber ist im Falle der Kündigung berechtigt, den Arbeitnehmer ohne Angabe der Gründe und unter Weitergewährung der vertraglichen Bezüge zu beurlauben.
  4. Die Kündigung des Vertrages bedarf der Schriftform. Im Übrigen gelten die gesetzlichen Bestimmungen.

 

§ 3 Tätigkeit

  1. Der Arbeitnehmer wird als Flyerverteiler eingestellt. Diese Tätigkeit beinhaltet vor allem, aber nicht ausschließlich:
    1. _________________
    2. _________________
    3. _________________
    4. _________________
  2. Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, auch andere zumutbare Arbeiten auszuführen.

 

§ 4 Arbeitszeit

  1. Die Arbeitszeit beträgt in der Regel 4 Stunden pro Woche.
  2. Die Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Wochen, Wochentage und die Festlegung von Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeiten richten sich nach den Weisungen des Arbeitgebers in Absprache mit dem Arbeitnehmer.
  3. Der Arbeitgeber behält sich Arbeitszeitänderungen wegen erhöhten Arbeitsanfalles und urlaubs- oder krankheitsbedingten Ausfällen anderer Arbeitskräfte vor.

 

§ 5 Arbeitsvergütung

Die Parteien dieses Arbeitsvertrages sind sich einig, dass die jeweils geltenden gesetzlichen Vergütungsgrenzen des Sozialversicherungsrechts für Beschäftigungen eingehalten werden sollen.

  1. Der Arbeitnehmer erhält für seine Tätigkeit eine monatliche Vergütung in Höhe von brutto 1.200 Euro / einen Stundenlohn von 10 Euro.
  2. Aufgrund von schwankenden Einsatzmöglichkeiten, reicht der Arbeitnehmer zum Ende des Monats einen Stundenzettel mit erbrachten Stunden ein, nach welchem das Gehalt abgerechnet wird.
  3. Die Abrechnung von Dienstreisen erfolgt nach den bei dem Arbeitgeber geltenden gesetzlichen und betrieblichen Regelungen.
  4. Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, jede Änderung der steuerlichen bzw. versicherungsrechtlichen Verhältnisse – insbesondere, wenn neben diesem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis ein weiteres aufgenommen wird – dem Arbeitgeber unverzüglich mitzuteilen.
  5. Die Überweisung des Arbeitsentgelts erfolgt auf das folgende Konto:

Name des Kontoinhabers:

Name der Bank:

IBAN:

BIC:

 

§ 6 Hinweis zur gesetzlichen Rentenversicherung

Der Arbeitnehmer hat erklärt, dass er

sich von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen möchte. Der schriftliche Befreiungsantrag ist dem Arbeitgeber übergeben worden.

oder

in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert bleiben möchte.

Er wurde darüber belehrt, dass er bei Rentenversicherungspflicht verpflichtet ist, die Differenz zwischen dem Pauschalbeitrag des Arbeitgebers und dem tatsächlichen Rentenbeitrag in Höhe von derzeit 3,6 % zu zahlen.

Der Beitrag wird von dem Arbeitsentgelt einbehalten und direkt von dem Arbeitgeber an den Rentenversicherungsträger abgeführt.

Der Arbeitnehmer wurde darüber informiert, dass die Erklärung auch für mehrere geringfügige Beschäftigungsverhältnisse nur einheitlich erklärt werden kann und für die Dauer des Beschäftigungsverhältnisses bindend ist.

 

§ 7 Urlaub

  1. Der Arbeitnehmer hat für jedes volle Kalenderjahr Anspruch auf 20 Werktage Urlaub.
  2. Der Erholungsurlaub ist bis zum 31.12. des Kalenderjahres zu nehmen. Bei Eintritt oder Ausscheiden während eines Kalenderjahres wird der Urlaub anteilig gewährt.
  3. Der Arbeitgeber gewährt zusätzlich einen vertraglichen Urlaub von weiteren 5 Arbeitstagen.
  4. Bei der Festlegung des Urlaubs werden die Wünsche des Arbeitnehmers berücksichtigt, soweit sie mit den betrieblichen Belangen vereinbar sind.
  5. Urlaub dient der Erhaltung der Gesundheit und ist in dem Jahr des Anspruchs zu nehmen.
  6. Die Lage des Urlaubs ist mit dem Arbeitgeber abzustimmen.
  7. Die recht­liche Behandlung des Urlaubs richtet sich nach den gesetzlichen Bestimmungen.

 

§ 8 Personenbezogene Daten

Der Arbeitnehmer erklärt sich damit einverstanden, dass seine personenbezogenen Daten automatisiert mit Hilfe der elektronischen Datenverarbeitung durch den Arbeitgeber bzw. von ihm beauftragte Dritte gespeichert und/oder verarbeitet werden dürfen, insbesondere für Zwecke der Abrechnung.

 

§ 9 Krankheit

Ist der Arbeitnehmer infolge unverschuldeter Krankheit arbeitsunfähig, so besteht Anspruch auf Fortzahlung der Arbeitsvergütung bis zur Dauer von sechs Wochen nach den gesetzlichen Bestimmungen.

Die Arbeitsverhinderung ist dem Arbeitgeber unverzüglich mitzuteilen.

Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem auf den dritten Kalendertag folgenden Arbeitstag vorzulegen.

Diese Nachweispflicht gilt auch nach Ablauf der sechs Wochen.

Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung früher zu verlangen.

 

§ 10 Verschwiegenheitspflicht

Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, während der Dauer des Arbeitsverhältnisses und auch nach Ausscheiden, über alle Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse Stillschweigen zu bewahren.

 

§ 11 Nebentätigkeit

Jede entgeltliche oder das Arbeitsverhältnis beeinträchtigende Nebenbeschäftigung ist nur mit Zustimmung des Arbeitgebers zulässig.

Dabei darf die monatliche Gesamtvergütung nicht über 1.300 € liegen.

 

§ 12 Ausschlussfrist

Die Vertragsparteien müssen Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis innerhalb von drei Monaten nach ihrer Fälligkeit schriftlich geltend machen und im Falle der Ablehnung durch die Gegenseite innerhalb von weiteren drei Monaten einklagen. Andernfalls erlöschen sie. Für Ansprüche aus unerlaubter Handlung verbleibt es bei der gesetzlichen Regelung.

 

§ 13 Sonstige Vereinbarungen

Sonstige Vereinbarungen über den Inhalt dieses Vertrages hinaus bestehen nicht.

oder

Es bestehen noch folgende sonstige Vereinbarungen:

Ergänzungen und Änderungen dieses Vertrages sind nur wirksam, wenn sie schriftlich erklärt wurden. Mündliche Nebenabreden bestehen nicht.

 

§ 14 Schlussbestimmungen

Dieser Vertrag bleibt auch dann gültig, wenn sich einzelne Bestimmungen als ungültig erweisen sollten. Die betreffende Bestimmung ist dann so auszulegen, dass die mit ihr ursprünglich angestrebten wirtschaftlichen und rechtlichen Zwecke so weit wie möglich erreicht werden.

Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, dem Arbeitgeber unverzüglich über Veränderungen der persönlichen Verhältnisse wie Familienstand, Kinderzahl, Adresse, Mitteilung zu machen.

Ich bestätige, die Vertragsausfertigung gelesen zu haben.

Midijob Vertrag zum Download

Du möchtest diesen Vertrag nutzen? Gerne stellen wir ihn dir kostenlos zur Verfügung. Fülle einfach das folgende Formular aus und du bekommst den Arbeitsvertrag als PDF und als Word-Datei direkt an deine E-Mail-Adresse gesendet.

Arbeitsvertrag Midijob Muster
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Mit Abschicken willigst du ein, dass Campusjäger dir den regelmäßigen Newsletter mit Informationen zu den Themen HR, Recruiting und Employer Branding sowie dem Unternehmen und Leistungen per E-Mail zuschicken darf. Nach erfolgreicher Anmeldung erhältst du als Gegenleistung ein Muster für einen Arbeitsvertrag für Midijobber als PDF und Word-Datei. Deine Einwilligung kannst du jederzeit widerrufen. Beachte auch unsere Datenschutzhinweise.

Rechtlicher Hinweis: Der Arbeitsvertrag ist auch für einen Midijob ein wichtiges Thema und sollte zusammen mit einem Rechtsanwalt erstellt werden. Der Mustervertrag und die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich als Informationsquelle. Da es oft auf den Einzelfall ankommt, können wir keine Garantie für die Richtigkeit geben.

Anmeldung eines Midijobbers

Zu Anfang brauchst du deine Betriebsnummer. Das gilt auch für Privatversicherung, da sie in dem Fall als Unternehmen gelten und demnach ebenfalls eine Betriebsnummer brauchen...

Im Unterschied zum Minijobber muss der Midijobber außerdem nicht bei der Minijob-Zentrale angemeldet werden. Da er sozialversicherungspflichtig ist, musst du ihn bei seiner Krankenkasse beziehungsweise bei sämtlichen Sozialversicherungen anmelden und dabei mit den entsprechenden Sozialversicherungsträgern abrechnen.

Ein Midijobber wird also genauso angemeldet wie Vollzeitbeschäftigte.

Was kostet dich dein Midijobber?

Versicherung

Da dein neuer Mitarbeiter voll sozialversicherungspflichtig ist, fallen für dich Abgaben für sämtliche Lohnnebenkosten an, also zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Dein Midijobber hat also Anspruch auf bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und auf den gesetzlichen Mindestlohn (derzeit: 9,35 Euro pro Stunde).

Seine Abgaben lassen sich durch eine vorgegebene Formel berechnen und entsprechen nicht den vollen Abgaben. Dabei sorgt die Formel für eine starke Reduzierung der Beiträge im unteren Übergangsbereich. Im oberen Übergangsbereich entsprechen die Beiträge immer mehr den allgemeinen Beitragssätzen, sodass bei einem Einkommen von 1.300 Euro das reguläre Niveau erreicht wird.

Außerdem hat dein Midijobber vollen Leistungsanspruch in der gesetzlichen Rentenversicherung, wohingegen sich die Ansprüche bei der Arbeitslosenversicherung den niedrigen Beitragssätzen anpassen.

Deine Abgaben belaufen sich dagegen auf den vollen Beitragsanteil zur Sozialversicherung. Das heißt – unabhängig von den reduzierten Beiträgen deines Arbeitnehmers – zahlst du:

(Bruttogehalt deines Midijobber x Beitragssatz der jeweiligen Versicherung) / 2

Steuern

Da die Lohnsteuer von dir berechnet und zum Finanzamt geschickt werden muss, ist es wichtig, über zwei Dinge Bescheid zu wissen:

  • Ist dein Midijobber in der Steuerklasse 5 oder 6, muss grundsätzlich Lohnsteuer gezahlt werden. In den Lohnsteuerklassen 1 bis 4 fällt die Lohnsteuer weg.
  • Hierbei ist es ausschlaggebend, ob dein neuer Mitarbeiter hauptberuflich bei dir angestellt sein wird, oder ob er den Job nebenberuflich ausführen wird. Denn in diesem Fall wird die Lohnsteuer bereits bei seinem Erstjob abgezogen und ist von dir dadurch nicht mehr zu berechnen.
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Veröffentlicht am 09.08.2019, aktualisiert am 23.09.2020

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