Active Sourcing – Definition, Methoden und rechtliche Aspekte

Active Sourcing als Methode der Personalbeschaffung ist so neu und revolutionär wie Karrierewebseiten. Nämlich gar nicht. Abgesehen von der zunehmenden Verlagerung vom Offline- in den Onlinebereich (Stichwort: Generation Z) hat sich am Konzept wenig verändert. Dennoch findet sich die „aktive Personalgewinnung“ jedes Jahr aufs Neue unter den wichtigsten HR-Trends. Ganz nach dem Motto „und jährlich grüßt das Active Sourcing“.

Grund hierfür: Der demographische Wandel und der durch den Generationenwechsel bedingte Fachkräftemangel führen zu einer zunehmenden Bewerbermacht. Besonders in Branchen wie Softwareentwicklung, Energietechnik und dem Ingenieurwesen steigt der Konkurrenzdruck um junge Talente weiter an. Das führt dazu, dass gut ausgebildete Hochschulabsolventen immer leichter an attraktive Jobs kommen. Einziger Ausweg: Sich begehrte Kandidaten sichern, bevor es ein anderes Unternehmen tut.

Inhalt

Was ist Active Sourcing? Definition und Ziele

Active Sourcing ist, laut Definition, die aktive Suche, Ansprache und Bindung von besonders qualifiziertem Personal an das eigene Unternehmen. Sprich: Statt darauf zu hoffen, dass Bewerber auf dich zukommen und sich bewerben, machst du vielversprechende Talente auf dem Arbeitsmarkt ausfindig, kontaktierst diese und versuchst sie für dein Jobangebot zu begeistern.

So können passive Kandidaten (das heißt, sie sind nicht aktiv auf Jobsuche), aber auch Jobsuchende, die die Stellenanzeige möglicherweise nicht gefunden hätten, angesprochen werden.

Erfolgreich ist dein Active Sourcing, wenn es dir gelingt, eine Bindung zu einem Talent aufzubauen und dieses langfristig an dein Unternehmen zu binden. Hierbei solltest du versuchen bereits frühzeitig Kontakt zu interessanten Kandidaten aufzunehmen. So kannst du im besten Fall nicht nur Interesse wecken, sondern sogar verhindern, dass sich der Kandidat bei der Konkurrenz umschaut. Zudem bietet dir dieser Recruitingansatz die Möglichkeit, nicht nur aktuell offene Stellen optimal zu besetzen, sondern ebenfalls die Chance, ein Netzwerk von potentiellen Mitarbeitern aufzubauen, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

Zusätzlich gibt es den Nebeneffekt, dass du mit Active Sourcing die Bekanntheit deines Unternehmens steigerst.

Welche Methoden und Kanäle du nutzen kannst, um Talente ausfindig zu machen, zeigen wir dir hier.

Active Sourcing funktioniert auch bei Führungs- und Spezialkräften, man spricht dabei allerdings von Executive Search. Hier gibt es ein paar Besonderheiten, die wir dir in Executive Search – Einfach erklärt vorstellen.

Eine andere Möglichkeit, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und Talente für dein Unternehmen zu finden: Reverse Recruiting. Hierbei bewirbst du dich bei den Kandidaten als Arbeitgeber. Erfahre jetzt mehr darüber.

Active Sourcing als Service

Campusjäger bietet, neben dem erfolgsbasierten Recruiting, auch Active Sourcing an. Der Prozess, wie wir passende Mitarbeiter für dich finden, ist individuell auf dein Unternehmen angepasst. In einem Erstgespräch werden Bedarf und Rahmenbedingungen von Unternehmensseite festgelegt. Dabei ist uns Transparenz im gesamten Prozess wichtig.

Wir arbeiten eng mit unseren Kunden zusammen und stehen im regelmäßigen Austausch, um die Stelle auch wirklich passend zu besetzen. Oft kennen unsere Account Manager das Unternehmen und seine Philosophie schon seit Jahren. Durch diese Nähe zum Kunden finden wir Kandidaten, die sowohl auf fachlicher als auch auf persönlicher Ebene passen.

Mehr über Active Sourcing bei Campusjäger erfährst du in einem unverbindlichen Telefongespräch, das du hier buchen kannst. Wenn du schon bei Campusjäger registriert bist, wende dich an deinen persönlichen Account Manager. Dieser kennt dein Unternehmen bereits und zusammen findet ihr das passende Modell für dein Active Sourcing.

Methoden im Active Sourcing

Active Sourcing gehört – wie der Name schon vermuten lässt – zu den aktiven Methoden im Recruiting. Klassische Methoden wie Stellen- oder Imageanzeigen sind grundsätzlich passiv ausgelegt und für Active Sourcing uninteressant. Das heißt aber nicht, dass du auf diese verzichten solltest.

Stattdessen wollen wir die Frage beantworten, wie du diesen „aktiven Recruitingprozess" am besten angehst und umsetzt – schließlich kannst du dich ja schlecht täglich an den nahe gelegenen Hochschulen auf die Lauer legen und Jagd auf talentierte Studenten machen.

Die Grundlage im Active Sourcing basiert darauf, dass du weißt, wer deine Zielgruppe ist und wo sie sich aufhält. Stelle dir dabei folgende Fragen, recherchiere sie und frage nach:

  • Was sind die Interessen der gefragten Personen?
  • Was sind wichtige Themen für sie?
  • Was sind die Bedürfnisse hinsichtlich der Jobsuche und des Arbeitgebers?

7 bewährte Methoden im Active Sourcing:

  1. Talentpools: Aufbauen von Karriere-Communities. Hier finden sich alle Talente wieder, die bereits in Verbindung zu deinem Unternehmen stehen – wie etwa Alumni (beispielsweise ehemalige Praktikanten), Bacheloranden, Masteranden oder Talente, die aufgrund ihres Qualifikationsprofils für dich interessant sind. Also dein persönlicher Vorrat an passenden Mitarbeitern aus dem du zukünftig schöpfen kannst. Erfahre hier mehr darüber, wie du deinen eigenen Talentpool aufbaust.

  2. Profile Mining: Suchen von Talenten auf Karriereplattformen. Hierbei suchst du gezielt nach relevanten Qualifikationsprofilen und Schlagwörtern, beispielsweise über den LinkedIn Recruiter oder Xing Talentmanager. Hast du interessante Profile gefunden, kannst du dir diese genauer ansehen, sortieren und kontaktieren.

  3. CV Database Search: Durchforsten von Lebensläufen. Ganze Lebensläufe können hierbei auf Lebenslaufdatenbanken, Jobplattformen und auch über Google gefunden und analysiert werden.

  4. Referral Sourcing: Fokussieren auf Netzwerke innerhalb deines Talentpools. Recruiter schauen sich bei dieser Methode vor allem Kontakte bereits rekrutierter Talente an. Hier ist die Chance besonders hoch, jemanden zu finden, der ein ähnliches Qualifikationsprofil mitbringt und ebenfalls interessant ist. Weit verbreitet sind im Referral Sourcing auch „Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter“-Kampagnen.

  5. Harvesting: Systematisches Abarbeiten von Karriereplattformen. Hierbei wird ein einzelner Kanal systematisch auf eine speziell gewünschte Qualifikation abgesucht und komplett „abgeerntet“. Aufwendig, aber sinnvoll – besonders wenn du eine ganz bestimmte Qualifikation oder Fähigkeit suchst und niemanden übersehen willst.

  6. Boolesche Suche: Anwenden von komplexen Suchbefehlen. Gibst du deinen Suchbegriff zusammen mit den sogenannten Booleschen Operatoren in Suchmaschinen oder Suchmasken von Jobbörsen ein, bekommst du exaktere und differenzierter Ergebnisse – eine effiziente Alternative, die dir letztendlich Zeit spart.

  7. Karriereseite: Erstellen und kontinuierliches Pflegen einer Karrierepage. Ganz simpel und gefühlt älter als das Rad, dennoch wird das Potenzial dieser Active Sourcing Methode von vielen nicht vollends ausgeschöpft. Denn eine gewöhnliche „Karriere bei XY“-Seite tut es schon lange nicht mehr. Es muss dir gelingen, eine Art Community aufzubauen und Kandidaten einen echten Mehrwert zu bieten. So schaffst du es im besten Fall, Kandidaten direkt an dein Unternehmen zu binden und vorab für dich zu „reservieren“.

Tipp: Die Karriereseite muss nicht unbedingt Teil deiner Webseite sein. Es ist meist sogar sinnvoller, diesen Bereich in die sozialen Medien zu verlagern. Hier sind Kandidaten eher auf Beziehungen und persönliche Interaktionen eingestellt, sodass der Aufbau einer Community meist viel erfolgreicher ist.

Nachdem du jetzt die wichtigsten Methoden kennst, möchten wir dir nun die dazugehörigen Kanäle zeigen – manche von ihnen werden dich bestimmt überraschen.

Typische Active Sourcing Kanäle

Die sogenannte „Direct Search“ nach passenden Kandidaten wird zwar aktuell verstärkt online betrieben, dennoch gibt es auch einige effektive Offline-Kanäle, die nicht zu vernachlässigen sind.

Die wichtigsten Online-Kanäle sind:

  • Social Media Kanäle
    z.B. Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat, YouTube

  • Messenger:
    z.B. Slack, WhatsApp

  • Blogs und Foren
    z.B. Reddit

Tipp: Diese Kanäle sind eher informell, bieten dir aber interessante Möglichkeiten im Hinblick auf Social Media Recruiting. So sind bei Facebook oder Instagram jeden Tag hunderte Millionen Nutzer aktiv und somit eine ganze Menge interessanter Talente unterwegs. Allerdings trennen viele Studierende ihre Freizeit von Beruflichem. WhatsApp, Snapchat und YouTube sind daher eher nicht so gut fürs Recruiting geeignet wie manch andere Kanäle. Vermeide es deshalb, zu auffällig für dein Unternehmen zu werben. Erwähne es an passenden Stellen nebenbei und baue lieber erst einen guten Kontakt zu interessanten Kandidaten auf. Alles andere ergibt sich schon. Also hab Geduld!

  • Soziale Karrierenetzwerke
    z.B. Xing, LinkedIn und Business-Network-Plattformen anderer Länder

Tipp: Hierbei handelt es sich um Plattformen, auf denen Talente ihren beruflichen Werdegang darstellen. Du kannst Kandidatenprofile anschauen, dir ein Netzwerk aufbauen, Gruppen beitreten aber auch relevante Kandidaten direkt kontaktieren und somit eine Bindung aufbauen. Es lohnt sich zudem, auch mal über den Tellerrand der deutschen Plattformen zu schauen – besonders wenn du auch international suchst.

  • Lebenslaufdatenbanken
    z.B. StepStone, Monster, Indeed

  • Suchmaschinen
    z.B. Google, Bing

Tipp: Lebenslaufdatenbanken zu durchforsten oder Open Web Search über Google zu betreiben kann ebenfalls äußerst hilfreich sein. Hierbei solltest du jedoch darauf achten, deine Suche spezifisch und differenziert zu gestalten, um nur relevante Ergebnisse zu erhalten. Grenzt du deine Suche nicht entsprechend ein, wird es sehr aufwendig aus der Masse an Resultaten die wesentlichen herauszusuchen. Nichtsdestotrotz kann eine gezielte Suche viel Zeit sparen.

  • Anzeigenwebseiten
    z.B. ebay Kleinanzeigen

Tipp: Auf Plattformen wie eBay Kleinanzeigen besteht ebenfalls Möglichkeit, Anzeigen aufzugeben, ein umfassendes Unternehmensprofil anzulegen und mit potenziellen Kandidaten in Kontakt zu treten. Insbesondere für Branchen wie Produktion und Logistik, im Bereich Pflege und Gesundheit oder für Nebenjobs jeder Art, eignen sich solche Anzeigenwebseiten hervorragend.

  • Branchenspezifische Plattformen
    z.B. Stack Overflow, GitHub, Google Scholar

Tipp: Diese Seiten sind natürlich nur dann relevant für dich, wenn du jemanden aus einer ganz bestimmten Fachrichtung (z.B. Softwareentwicklung) suchst. Dann aber hast du gute Chancen – schließlich triffst du Person in ihrem gewohnten und geliebten (Arbeits-)Umfeld an. Und als Bonus kannst du dir schon gleich ihre Arbeiten ansehen und dir ein Bild von ihren Fähigkeiten machen.

Im Direct Sourcing relevante Offline-Kanäle sind:

  • Job- und Karrieremessen
  • Informationsstand bei Veranstaltungen für Studenten
  • Vorstellungsrunden in Universitäten

Tipp: Diese Kanäle haben den Vorteil, dass du dein Unternehmen optimal vorstellen kannst und sich dir die Gelegenheit bietet, vor Ort Kontakt zu interessanten Kandidaten aufzunehmen. Auch Rückfragen von Talenten, welche im Gespräch aufkommen, kannst du sofort und im nötigen Umfang beantwortet. Zudem ist es durch den persönlichen Kontakt leichter, eine Bindung zu deinem Gegenüber aufzubauen und einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

Wie du bereits gesehen hast, stehen dir unzählige Methoden und Rekrutierungskanäle zur Verfügung um dein Active Sourcing zu gestalten. Also gleich mal loslegen, oder?

Vorsicht! Du solltest dir erst überlegen, ob Active Sourcing für dich überhaupt zielbringend ist. Denn obwohl es sich nach der optimalen Methode der Personalbeschaffung anhört, birgt sie auch einige Schattenseiten.

Die Implementierung von Active Sourcing in deinem Unternehmen ist zu Beginn oft mit hohem Aufwand verbunden und kostet viel Zeit. Dir müssen zudem die nötigen Ressourcen zur Verfügung stehen, um Active Sourcing nachhaltig betreiben zu können.

Personalvermittler übernehmen für dich das Active Sourcing und sind wegen der Spezialisierung auf diesen Bereich meist erfolgreich.

4 Tipps für ein erfolgreiches Active Sourcing

Hast du dich für Active Sourcing entschieden, wirst du etwas Zeit brauchen, um reinzukommen und Erfahrungen zu sammeln. Dass es da nicht von Anfang an rund läuft, ist klar. Damit du aber bestens vorbereitet bist, haben wir 4 Tipps für ein erfolgreiches Active Sourcing gesammelt.

1. Individualisierung

Die Individualisierung der Ansprache ist von hoher Bedeutung. So erkennt der Nutzer, dass es sich nicht um Spam handelt und du ein echtes Interesse an einem Austausch hast.

Wichtig: Verbreite keine überlangen Massenmails, sondern passe jede Nachricht individuell an. Was macht den Kandidaten zu einem Talent für dich? Ist der Kandidat offen für ein Jobangebot oder gerade schon versorgt?

Schaue dir dazu sein Profil genau an und verwende ähnliche Begriffe, wie die Person in ihrem Profil, oder gehe auf ihre Erfahrungen und Interessen ein. Betone die Vorteile des Kandidaten und zeige ihm, warum genau er zum Unternehmen passt.

Um ihn noch mehr zum Wechseln zu motivieren, zeige dem Kandidaten besondere Benefits auf, die ihn im Unternehmen erwarten.

2. Qualität

Verwende die richtige Anrede und den richtigen Namen. Das mag einfach klingen, aber hier passieren die häufigsten Fehler, wenn die Sorgfalt nachlässt.

Schreibe die wichtigsten Informationen für Kandidaten in den ersten Satz. Stelle kurz dein Unternehmen vor und beschreibe die Stelle. Es ist nicht sinnvoll, die komplette Stellenausschreibung in das Anschreiben zu kopieren, beschreibe nur so viel, dass keine Informationslücken zu wichtigen Inhalten aufkommen.

Call-to-Action: Häufig werden Bewerber angeschrieben, die dann keine Handlungsaufforderung vermittelt bekommen, wenn sie Interesse haben. Es ist wichtig, genau zu wissen, was als Nächstes passieren soll, nachdem die Kontaktanfrage angekommen ist.

Wichtig ist hierbei, dass du dir Zeit für das Anschreiben nimmst. Die Qualität deines Anschreibens hängt sehr stark von der Individualisierung ab. Wir empfehlen dir deshalb, den Fokus auf wenige, sehr passende Kandidaten im Active Sourcing Prozess zu legen.

Fokussierst du dich auf wenige aber passende Kandidaten, kannst du auch nach etwa zwei Tagen ein höfliches Follow-Up schicken und nachfragen, ob die Person deine Nachricht erhalten hat und dein starkes Interesse noch einmal vermitteln.

3. Authentizität

Als Vertreter des Unternehmens solltest du passend zur Arbeitgebermarke kommunizieren und deine Sprache sowie den Tonfall daran anpassen. Natürlich kannst und sollst du dabei auch beachten, wie die Kommunikation auf der Plattform generell funktioniert.

Das Unternehmen, für das du suchst, sollte genannt werden. Wenn die Anfrage gut gemacht ist und die Person eine reale Chance sieht, dass hier eine interessante Job-Möglichkeit wartet, wechselt sie auch nicht zur Karrierewebseite oder beendet das Gespräch.

Das heißt, du kannst auch Transparenz und Authentizität zeigen, wenn du Active Sourcing im Auftrag anderer betreibst

4. Nachhaltigkeit

Wie bereits erklärt, ist es wichtig, Kandidaten nach dem Erstkontakt “im Loop” zu halten. Biete alle hilfreichen und nötigen Informationen an, die erfragt werden und erkundige dich auch regelmäßig nach dem Stand der Bewerbung, falls du die Person an jemanden “weitergegeben” hast.

Der Aufbau eines Talent Pools bietet ebenfalls ein großes Potenzial. Hat ein Kandidate derzeit kein Interesse, solltest du den Kontakt aufrechterhalten, wenn dein Gesprächspartner das auch will.

So kannst du nach und nach ein ganzes Netzwerk bzw. deinen Talent Pool aufbauen und bei neuen Stellen auf Talente zurückgreifen.

Vor- und Nachteile von Active Sourcing

Bevor neue Methoden in den Prozess des Recruitings eingebaut werden, solltest du dir ganz sicher sein, dass sich der Aufwand lohnt. Hierbei hilft es, dir die Pros und Contras genau anzusehen und abzuwägen: Warum willst du Active Sourcing betreiben und inwiefern unterstützt das deine Unternehmensziele?

Vorteile

  • Active Sourcing Kanäle differenzieren sich immer weiter aus, sodass es immer spezifischere Kanäle für eine gezielte Kandidatenansprache gibt
  • Zur Besetzung von schwer vermittelbaren Stellen ist Active Sourcing günstiger und effizienter als klassische Stellenanzeigen
  • Du triffst beim Suchen von Talenten eine Vorauswahl der Kandidaten. Dadurch hast du einen geringen Streuverlust und weniger Aufwand bei der Bewerberauswahl
  • Gibst du deinem Team den Freiraum für die notwendigen Veränderungen, ist Active Sourcing eine vielversprechende Möglichkeit hochqualifizierte und begehrte Talente zu finden

Nachteile

  • Zu Beginn nimmt Active Sourcing viel Zeit in Anspruch, um die richtigen Kanäle für die jeweiligen Zielgruppen ausfindig zu machen
  • Active Sourcing ist nicht mal eben so gemacht, sondern stellt eine Herausforderung für dein HR-Team dar, die du personell und finanziell stemmen musst
  • Du musst dein HR-Team gegebenenfalls umstrukturieren und je nach Größe des Unternehmens eine eigene Stelle für das Active Sourcing schaffen
  • Active Sourcer sollten (psychologisch) geschult und weitergebildet werden, um möglichst objektiv an die Vorauswahl von Kandidaten zu gehen

Erst wenn du abwägen kannst, ob sich Active Sourcing für dich lohnt, solltest du die hierfür notwendigen Schritte hin zur Veränderung einleiten. Dabei kann es auch helfen die Methoden im Vorhinein erstmal zu testen und dann zu entscheiden.

Weitere Tipps, wie du – abgesehen von Active Sourcing – möglichst effizient passende Mitarbeiter findest, findest du hier.

FAQs zum Active Sourcing

Welche Software eignet sich für das Active Sourcing?

  • LinkedIn-Recruiter und XING-Talentmanager: Die beiden Tools sind am bekanntesten und haben Zugriff auf die jeweiligen Nutzer der Plattformen.
  • Talerio: Hier findest du 233.463 Talente (nach eigenen Angaben), die dort anhand ihrer Profile durchsuchbar sind und dir automatisiert zu deiner eingestellten Stellenanzeige angezeigt werden.
  • Talentwunder: Auf dieser Plattform hast du Zugang zu über 1 Mrd. Profilen, um deine Kandidaten zu identifizieren.
  • Business4experts: Dieser Anbieter hat sich auf hochqualifizierte Fachkräfte mit mindestens 15 Jahren Berufserfahrung spezialisiert. Dort lassen sich die Profile für deine Positionen der höheren Karrierelevels besetzen.
  • inga: So heißt das vollautomatisierte Active-Sourcing-Angebot, das per Chatbot auch noch die erste Kontaktanfrage übernimmt. Auf Kandidatenseite bewirbt das Unternehmen, das hinter inga steckt, die schnelle Bewerbung per Chat, bei der lediglich eine Kurzbewerbung notwendig ist.
  • Campusjäger: Unsere Plattform bietet einen individuellen Service und nutzt dabei neben dem eigenen Pool ein exklusives Netzwerk an Partnern.

Wie kannst du Active Sourcing lernen?

Die Herausforderung im Active Sourcing ist eindeutig: Die Voraussetzungen ändern sich stetig. Neben den individuellen Ansprüchen der Zielpersonen ändern sich auch die Plattformen, Kanäle und deren Funktionsweise.

Das heißt, ein Kurs oder ein Webinar im Active Sourcing ergibt nur Sinn, wenn du vorhast, auch am Thema dranzubleiben. Oder anders gesagt, reicht es eben nicht, einmal ein Seminar zu besuchen und dich dann nicht mehr über Neues zu informieren.

Möchtest du dich weiterbilden, bietet beispielsweise das Unternehmen intercessio Trainings im Active Sourcing an. Auch Monster Training zeigt in Kombination mit der Vorstellung der eigenen Tools Active-Sourcing-Methoden.

Das Unternehmen Talentwunder bietet immer mal wieder Webinare an.

Hier findest du unseren Active-Sourcing-Kurs:

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Wie schreibst du eine Suchanfrage im Active Sourcing?

Anhand der Eingabe bestimmter Suchparameter in Suchmaschinen kannst du deine Suche perfekt eingrenzen und abstimmen. Solche Suchketten werden auch als Strings bezeichnet.

Vor allem, wenn du Kandidaten mit sehr speziellen Kenntnissen suchst, bietet es sich an, mit solchen Suchparametern die Suche einzuschränken.

Wie genau das funktioniert kannst du in unserem Artikel dazu nachlesen: Boolesche Suche im Recruiting

Testen, testen, testen. Um im Active Sourcing Kandidaten über Suchmaschinen zu finden, solltest du deine Suchbegriffe, die Verwendung der Boolean Search und der X-Rays kennenlernen und variieren, um als Sourcer auf allen Plattformen die extrem komplexen algorithmischen Tools steuern können.

Experteninterview: Rechtslage im Active Sourcing

Bei der Direktansprache von Kandidaten gibt es einige rechtliche Beschränkungen. Aber du musst deswegen nicht auf Active Sourcing verzichten. Um die rechtlichen Stolpersteine aus dem Weg zu räumen, haben wir mit den Rechtsanwälten Dr. Patrick Mückl und Dr. Christoph Rieken von der Kanzlei Noerr gesprochen. Im Interview wurden Fragen geklärt wie:

  • Wann ist Active Sourcing erlaubt und was hat das mit Wettbewerbsrecht zu tun?
  • Wie dürfen potenzielle Kandidaten angesprochen werden?
  • Welche Formen der Kontaktaufnahme sind besonders geeignet?

Kann man sagen, dass Active Sourcing an sich erlaubt ist?

Grundsätzlich ist Active Sourcing erlaubt, allerdings müssen ein paar Spielregeln eingehalten werden.

Hier kommt auch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb ins Spiel. Warum das UWG?

Das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) bezweckt u.a. den Schutz der Marktteilnehmer vor einer unangemessenen Beeinträchtigung ihrer privaten bzw. geschäftlichen Sphäre. Diese Sphäre wird bei potenziellen Mitarbeitern beeinträchtigt, wenn eine geschäftlich handelnde andere Person sie unaufgefordert oder sogar gegen ihren Willen mit ihren eigenen geschäftlichen Belangen anspricht und dadurch stört - unabhängig davon, ob dadurch „nur“ ihre Ruhe gestört wird oder bei ihrer aktuellen Beschäftigung.

Bei anderen Unternehmen auf Mitarbeitersuche zu gehen, ist aber kein Problem, solange nur einzelne potenzielle Kandidaten mit konkreten Jobangeboten angesprochen und dabei zwei Grundregeln eingehalten werden: Die Ansprache ist von den Kandidaten ausdrücklich erwünscht oder die zulässigen Kommunikationswege werden eingehalten.

Gilt das auch für Studenten, die in dem Sinne nicht arbeitstätig sind?

Auch außerhalb des Anwendungsbereichs des UWG kann unerwünschte Kommunikation jedenfalls Ansprüche des potenziellen Kandidaten gegen eine rechtswidrige Beeinträchtigung seiner Privatsphäre begründen.

Woran muss sich ein Recruiter halten, wenn er sich im erlaubten Rahmen bewegen will?

Die Ansprache von Kandidaten mittels eines klassischen Briefes ist unproblematisch.

Die telefonische erste Ansprache von individuell ausgewählten Kandidaten ist grundsätzlich zulässig, sollte nach Möglichkeit jedoch kurz gehalten werden und auf keinen Fall belästigend sein.

Bei Social Media, also bei Ansprache via Chat oder privater Nachricht, bedarf es einer vorherigen Einwilligung des Kandidaten. Eine angenommene Kontaktanfrage (Kontakt, Freund, Follower etc.) ist noch keine Einwilligung in die Kontaktaufnahme durch den Recruiter. In der Praxis wird der Kontakt dennoch häufig auf diese Weise angebahnt – allerdings befinden sich Recruiter hier allenfalls in einer Grauzone. Gerichtlich ist das Thema noch nicht geklärt.

Wie kann/muss die Einwilligung erfolgen?

Es reicht nicht, wenn der Kandidat auf Xing, LinkedIn oder anderen Plattformen einfach nur angemeldet ist. Damit wird nicht automatisch in eine Kontaktaufnahme eingewilligt. Gleiches gilt auch, wenn der Kandidat eine allgemeine Kontaktanfrage des Recruiters annimmt.

Anders sieht es aus, wenn der Kandidat auf solchen Netzwerken klar zu erkennen gibt, dass er aktiv auf Jobsuche ist. Das kann als Einwilligung gesehen werden, allerdings gibt es auch hier bisher keine gesicherte Rechtsprechung.

Wann ist Active Sourcing auf jeden Fall verboten?

Unaufgeforderte E-Mails an die private oder geschäftliche Adresse von Kandidaten sind immer unzulässig.

Können Informationen von potentiellen Kandidaten einfach recherchiert werden?

Ja, das geht, allerdings sollten alle der folgenden Punkte zutreffen:

  • Beschränkung auf berufsrelevante Daten
  • Berechtigtes Interesse des Unternehmens an diesen Daten
  • Kein überwiegendes entgegenstehendes Interesse auf Seite des Kandidaten
  • Die Daten des Kandidaten sollte dieser eindeutig selbst öffentlich zugänglich gemacht haben, also zum Beispiel auf Xing oder LinkedIn

Hierbei sollten Recruiter auf die AGB der jeweiligen Plattform achten. Manche soziale Netzwerke verbieten es, die Informationen für die Personaldatenerhebung durch Arbeitgeber zu verwenden.

Fazit

Active Sourcing gehört zum Standardrepertoire jedes Recruiters. Aktuell hat das Active Sourcing sein Revival auf Online-Plattformen und Karrierenetzwerken. Grundsätzlich solltest du dir zum Ziel setzen, Talente an dein Unternehmen zu binden. Sei das durch die Aufnahme in einen Talentpool oder eine direkte Einladung zum Bewerbungsgespräch.

Egal welche Methode du anwendest, vermeide typische Fehler wie zu lange Geschäftsbeschreibungen im ersten Absatz oder Massenmails.

Das ist genau worauf wir bei Campusjäger Wert legen, wenn wir für dich im Rahmen von Active Sourcing auf die Suche gehen: Auf die individuelle Ansprache der Kandidaten, um dein Unternehmen aus der Masse hervorzuheben und besonders attraktiv aus Kandidatensicht zu machen. Campusjäger bietet Active Sourcing individuell für deine Wünsche und in enger Absprache mit dir an, sodass wir deinen perfekten Mitarbeiter für dich finden.

Klingt interessant? Hier erfährst du mehr darüber:

So funktioniert Campusjäger

Veröffentlicht am 21.04.2018, aktualisiert am 14.04.2021

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