Zurück zum HR-Blog

Active Sourcing – Definition, Methoden und Strategie

Nutzen Sie Active Sourcing für Ihr Unternehmen

Active Sourcing ist die Antwort im Recruiting auf Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Denn bestimmt haben auch Sie schon von dem dort vorherrschenden War for Talents gehört. Das bedeutet, dass Sie als Arbeitgeber sich in Zukunft nicht weiter darauf verlassen können genügend qualifizierte Arbeitnehmer für offene Stellen zu finden.

 

Gute Gründe für Active Sourcing: der demographische Wandel und der durch den Generationenwechsel bedingte Fachkräftemangel. Der Konkurrenzdruck um junge Talente steigt, während bestausgebildete Hochschulabsolventen leichter an gute Jobs kommen.

 

Diese Entwicklungen stellen Unternehmen und Recruiter vor neue Herausforderungen. Dazu gehört vor allem, dass Sie sich in Zukunft auch stärker darum bemühen müssen, junge Talente für sich zu gewinnen. Doch wie machen Sie das am geschicktesten?

Aufmerksamkeit erhalten Sie vor allem durch eine starke Arbeitgebermarke. Das heißt, Ihre Stakeholder auf dem Arbeitsmarkt wissen ganz genau, was Sie als Arbeitgeber auszeichnet. Der Aufbau einer Arbeitgebermarke braucht jedoch Zeit und die haben Sie nicht. Daher können Sie auch verstärkt auf eine aktive Bewerberansprache auf Social Media Kanälen setzen, kurz: auf Active Sourcing.

Inhalt

Active Sourcing – Definition

Active Sourcing ist ein Trendbegriff, der nichts anderes als die aktive Ansprache von besonders qualifiziertem Personal meint. Hierbei werden vielversprechende Talente von Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt ausfindig gemacht und versucht diese aktiv zu überzeugen. Active Sourcing gehört als Maßnahme der Personalbeschaffung zu dem Aufgabenbereich der Personalabteilung eines Unternehmens.

 

Talentpool an Studenten_Active Sourcing Ansatz

 

Die Methode des Active Sourcings ist nicht neu. Sie verlagert sich lediglich vom Offline- in den Online-Bereich. Früher waren Absolventenkongresse die angesagtesten Plattformen für Recruiter, um Nachwuchstalente gezielt anzusprechen. Heute sind es Social Media Kanäle oder soziale Karrierenetzwerke wie Xing und LinkedIn.

Erfolgreich ist Active Sourcing erst dann, wenn es Ihnen gelingt, das gesichtete Talent an Ihr Unternehmen zu binden – indem Sie etwa zu einem persönlichen Gespräch einladen oder ein unverbindliches Kennenlernen am Telefon anbieten. So können Sie auch versuchen, Bewerber dahingehend zu beeinflussen, die Konkurrenz gar nicht erst genauer anzusehen.

 

Haben Sie einen ersten guten Eindruck hinterlassen, gerät ihr Unternehmen in das Blickfeld des qualifizierten Kandidaten. Die Chance, dass Sie in das Bewusstsein von Talenten dringen wird so von Ihnen mitbestimmt und erhöht.

Methoden im Active Sourcing

Active Sourcing gehört – wie der Name schon vermuten lässt – zu den aktiven Methoden im Recruiting. Klassische Methoden wie Stellenanzeigen, Imageanzeigen oder Karriereseiten sind grundsätzlich eher passiv ausgelegt. Auf Statista können Sie die am meisten realisierten Maßnahmen im Recruiting von Unternehmen anschauen. Raten Sie, an welcher Stelle Active Sourcing steht?

Die 5 wichtigsten Methoden im Active Sourcing

  1. Das Aufbauen von Karriere-Communities, sogenannten Talentpools. Hier finden sich alle Talente wieder, die bereits eine Verbindung zu Ihrem Unternehmen haben. Ob Alumnis wie ehemalige Praktikanten, Bacheloranden oder Masteranden oder auch Talente, die aufgrund ihres Qualifikationsprofils für Sie interessant sind.
  2. Das Suchen von Talenten auf Karrierenetzwerken, Profile Mining genannt. Professionelle Active Sourcer suchen auf Xing und LinkedIn gezielt nach Qualifikationsprofilen und Schlagworten. Anschließend werden einzelne Profile durchgesehen und sortiert.
  3. Das Durchsehen von Lebensläufen, bekannt als CV Database Search. Ganze Lebensläufe können hierbei auf Lebenslauf-Datenbanken, Jobplattformen und auch Google gefunden werden.
  4. Das Fokussieren auf Netzwerke im Talentpool, sogenanntes Referral Sourcing. Dabei schauen sich Active Sourcer vor allem die Kontakte von bereits rekrutierten Talenten an. Hier jemanden zu finden, der ein ähnliches Qualifikationsprofil hat, ist besonders hoch. Weit verbreitet sind im Referal Sourcing auch “Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter”-Kampagnen.
  5. Das systematische Abarbeiten von Karriereplattformen, auch Harvesting genannt. Hierbei wird ein einzelner Kanal systematisch auf eine speziell gesuchte Qualifikation abgesucht.

Nachdem Sie die wichtigsten Methoden jetzt kennen, sind die Active Sourcing Kanäle eigentlich schon vorweggenommen. Trotzdem führen wir sie Ihnen nochmals auf, denn Active Sourcing kann nicht nur online sondern natürlich auch offline betrieben werden.

Typische Active Sourcing Kanäle

Active Sourcing wird aktuell verstärkt online betrieben. Besonders populär sind hierbei:

  • Social Media Kanäle: Google+, Facebook, Instagram und Twitter
  • Soziale Karrierenetzwerke: Xing und LinkedIn
  • Lebenslaufdatenbanken: StepStone, Monster und Indeed

Aber auch offline gibt es eine Reihe von Möglichkeiten neue Mitarbeiter zu akquirieren. Klassische Active Sourcing Kanäle sind hauptsächlich Veranstaltungen wie:

  • Job- und Karrieremessen
  • Informationsstand bei Veranstaltungen für Studenten
  • Vorstellungsrunden in Universitäten

Für Unternehmen ist Active Sourcing eine gute Methode auch mal aktiv zu werden und nicht immer nur auf die richtigen Bewerber zu warten. So können Sie sich gezielt auf dem Arbeitnehmermarkt positionieren und die Arbeitgebermarke mitgestalten.

Doch bevor Sie begeistert loslegen, sollten Sie sich überlegen, ob die Methode für Sie überhaupt zielbringend ist. Denn grundsätzlich hört sich Active Sourcing nach einer guten Methode zur Personalbeschaffung und -bindung an, hat aber nicht nur positive Seiten.

Vor- und Nachteile von Active Sourcing

Bevor neue Methoden in den Prozess des Recruitings eingebaut werden, sollten Sie sich ganz sicher sein, dass sich der Aufwand lohnt. Hierbei hilft es, sich die Pro und Contras genau anzusehen und abzuwägen: Warum wollen Sie Active Sourcing betreiben und inwiefern unterstützt das Ihre Unternehmensziele?

Nachteile

  • Zu Beginn kostet Active Sourcing Zeit, um die richtigen Kanäle für die jeweiligen Zielgruppen ausfindig zu machen
  • Active Sourcing ist nicht mal eben so gemacht, sondern stellt eine Veränderung für Ihr HR-Team dar, die Sie finanziell stemmen können sollten
  • Sie müssen Ihr HR-Team gegebenenfalls umstrukturieren und je nach Größe Ihres Unternehmens eine eigene Stelle für das Active Sourcing schaffen
  • Active Sourcer sollten (psychologisch) geschult oder weitergebildet werden, um möglichst objektiv an die Vorauswahl von Kandidaten zu gehen

Vorteile

  • Kanäle für die Kandidatenansprache differenzieren sich immer weiter aus, sodass es immer gezieltere Kanäle für die Kandidatenansprache gibt
  • Active Sourcing ist zur Besetzung von schwer vermittelbaren Stellen günstiger und effizienter als klassische Stellenanzeigen
  • Sie treffen beim Suchen von Talenten eine Vorauswahl der Kandidaten. Dadurch haben Sie einen geringen Streuverlust und weniger Aufwand bei der Kandidatenwahl
  • Geben Sie Ihrem Team den Freiraum für die notwendigen Veränderungen, ist Active Sourcing eine vielversprechende Möglichkeit hochqualifizierte Talente zu finden

Erst wenn Sie abwägen können, ob sich Active Sourcing für Sie lohnt, sollten Sie die hierfür notwendigen Schritte hin zur Veränderung einleiten. Dabei kann es auch helfen die Methode im Vorhinein erstmal zu testen und erst dann ein Urteil zu fällen.

 

Active Sourcing ist zu viel Aufwand? Das haben wir uns auch gedacht. Daher unterstützen wir Sie dabei und suchen nach Talenten, die genau in Ihr Unternehmen passen. Erstellen Sie ein Stellenangebot und lehnen sich zurück – den Rest übernehmen wir.

 

Doch bevor Sie loslegen, schauen wir uns noch die größten Fehler im Active Sourcing an.

Fehler im Active Sourcing vermeiden

Active Sourcer aufgepasst! Vor allem Sie haben im Active Sourcing Prozess eine entscheidende Rolle inne. Sie bilden den ersten Kontakt zum Talent. Dieser sollte gut durchdacht und geplant sein. Talente verzeihen Ihnen im Kampf um die Aufmerksamkeit nur schwer Fehler.

Um diese zu vermeiden, können Sie sich an unseren 5 Tipps entlanghangeln:

  1. Schreiben Sie die wichtigste Information an den Kandidaten in den ersten Satz
  2. Verbreiten Sie keine überlangen Massenmails
  3. Vermeiden Sie ausführliche Geschäftsbeschreibungen
  4. Lassen Sie keine Informationslücken zu wichtigen Inhalten aufkommen
  5. Kopieren Sie keine kompletten Stellenausschreibungen in das Anschreiben

Versuchen Sie sich stattdessen die Zeit zu nehmen und sich anzuschauen:

  • Was macht den Kandidaten zu einem Talent für Sie?
  • Ist der Kandidat offen für ein Jobangebot oder gerade schon versorgt?
  • Was ist für Sie die wichtigste Information, die der Kandidat mitnehmen soll?

So können Sie Ihr Anschreiben an das jeweilige Talent anpassen und umgehen die schwerwiegendsten Fehler im Active Sourcing.

Fazit

Active Sourcing ist kein wirklicher Trend, sondern gehört zum Standartrepartoire jedes Recruiters. Aktuell hat das Active Sourcing sein Revival auf Online-Plattformen und Karrierenetzwerken. Grundsätzlich sollten Sie im Active Sourcing Prozess zum Ziel haben, Talente an Ihr Unternehmen zu binden. Sei das durch die Aufnahme in einen Talentpool oder eine direkte Einladung zum Bewerbungsgespräch.

Egal welche Methode Sie beim Active Sourcing anwenden, vermeiden Sie typische Fehler wie zu lange Geschäftsbeschreibungen im ersten Absatz oder Massenmails in Überlänge. Planen Sie die aktive Talentbindung und schaffen Sie damit einen gelungenen ersten Eindruck. Hierbei müssen Sie für sich entscheiden, ob Active Sourcing wirklich eine gewinnbringende Methode für Sie ist.

Veröffentlicht am 21. April 2018, zuletzt aktualisiert am 18. May 2018

Beliebteste Artikel

Diese Artikel fanden andere besonders hilfreich:

Die perfekte Stellenanzeige schreiben – Tipps und Beispiele

Stellenanzeigen sind oft der erste Kontakt zu möglichen Bewerbern. Lesen Sie jetzt, wie Sie Ihre Stellenanzeige optimal gestalten.

Das Telefoninterview: Leitfaden für Personaler

Ein Telefoninterview eignet sich, um im Bewerbungsprozess Zeit und Kosten zu sparen. Unser Leitfaden hilft Ihnen, die besten Bewerber zu finden.

Das AGG bei der Stellenausschreibung

Verstöße gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz können teuer werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Stellenanzeigen AGG-konform formulieren.

Warum flexible Arbeitszeiten für Arbeitgeber interessant sind

Flexible Arbeitszeiten erfreuen nicht nur Arbeitnehmer, auch als Arbeitgeber können Sie davon profitieren. Wir zeigen Ihnen die Vor- und Nachteile!

Bewerbungsgespräch als Arbeitgeber vorbereiten

Um das meiste aus einem Bewerbungsgespräch zu holen, sollten Sie sich auch als Arbeitgeber darauf vorbereiten.

Bewerbungsgespräch führen – Leitfaden und Fragenkatalog

Ein Bewerbungsgespräch zu führen ist wesentlicher Bestandteil, wenn Sie neue Mitarbeiter gewinnen wollen. Erfahren Sie jetzt, worauf Sie achten müssen.

Praktikanten beschäftigen: Der ultimative Guide für Arbeitgeber

Praktikanten beschäftigen leicht gemacht: In diesem Guide erfahren Sie, was Sie wissen müssen, wenn Sie Praktikanten einstellen wollen. Klicken Sie rein!

Was ist Personalplanung: Aufgaben und Ziele

Um zukünftigen Veränderungen auf Augenhöhe begegnen zu können, ist eine strategische Personalplanung wichtig. Wagen Sie jetzt einen Blick in die Zukunft.

E-Mail Adresse finden – Mit diesem Guide klappt's

Sie haben eine E-Mail Adresse verlegt oder wollen einer Person direkt schreiben? In diesem Guide zeigen wir, wie Sie E-Mail Adressen herausfinden können.

Onboarding: So arbeiten Sie neue Mitarbeiter ein

Mit dem richtigen Onboarding begeistern Sie neue Mitarbeiter und binden Sie langfristig an Ihr Unternehmen. Erfahren Sie jetzt, wie Sie das hinkriegen.

Der Arbeitsvertrag – Tipps zum Erstellen & Muster

Erfahren Sie alles über den Arbeitsvertrag: Wofür ist er da, wann brauchen Sie einen, was muss rein? Inklusive kostenlosem Muster zum downloaden.

Die Kündigung: Arbeitgeber müssen viel beachten

Als Personalverantwortlicher ist nicht jede Entscheidung leicht – vor allem wenn Sie Arbeitnehmer entlassen müssen. Erfahren Sie, worauf Sie achten müssen.

Personalmarketing – Definition, Instrumente und Abgrenzung

Sie wollen wissen, was Personalmarketing ist und wie Sie interne und externe Instrumente des Personalmarketings optimal für sich nutzen? Wir zeigen es Ihnen